Klimaneutral und verpackungsfrei einkaufen

Ökologie und autofreies Leben

Natürlich hat unser (nahezu) autofreies Leben auch was mit ökologischem Gedankengut zu tun und ich bin froh, dass wir uns das leisten können. Das bedeutet nicht zwangsläufig, dass dies immer mit hohen Kosten verbunden ist. Ein Aspekt ist die Möglichkeit aufgrund des Wohnortes weder für den Weg zur Arbeit noch für den Einkauf auf ein Auto zurückgreifen zu müssen. Leider denken aber viele Mitmenschen in unser Nachbarschaft, gerade über die Möglichkeit den Einkauf auch mal ohne Auto nach Hause zu bringen, offenbar eher selten nach.
Wie gesagt, das mit dem Transportweg vom Geschäft bis zur Haustür ist bei uns hinsichtlich der Klimaneutralität kein Thema mehr. Spätestens seit die Lastenräder mit Strom aus eigener Erzeugung versorgt werden. Wenn man bedenkt, dass beim Einkaufen mit dem PKW genauso viel CO2 erzeugt wird wie beim Transport eines Apfels aus Südamerika spricht das durchaus gegen das Auto. Alexander Dallmus hat dies in einem Artikel auf der Seite des Bayrischen Rundfunks anschaulich dargestellt.
Zurück zum Thema, wie funktioniert also Einkaufen hinsichtlich Klimaneutralität im optimalen Fall? Anhand des heutigen Einkaufs von Tomaten lässt sich das ganz gut darstellen.

Klimaneutralität und Ebay-Kleinanzeigen

Bei Ebay-Kleinanzeigen hat Carola vergangene Woche eine Anzeige entdeckt, in der Biotomaten aus eigenem Anbau angeboten wurden. Die Früchte könnten in Königsbrunn bei Augsburg geerntet und erworben werden. Da wir auch im Herbst und Winter gerne Tomaten essen orderten wir eine größere Menge um diese im Backofen zuzubereiten und in Gläser abzufüllen. Die knapp 20 Kilometer konnten wir bei schönstem Sommerwetter mit einer tollen Radtour durch den Siebentischwald (Stadtwald von Augsburg) verbinden. Unsere erste in diesem Urlaub, mal sehen was da noch kommt. Um eine möglichst verkehrsarme Route zu finden, hatte ich auf Komoot die MTB Route ausgewählt. Zum Glück lassen sich im ebenen Stadtwald auch Mountenbike-Strecken mit Lastenrädern bewerkstelligen. Nach einer guten halben Stunde erreichten wir nach einer angenehmen Fahrt unser Ziel.

Die Tomaten waren rasch geerntet und in den mitgebrachten Kisten verstaut (Stichwort verpackungsfrei Einkaufen). Mit sechs Kilogramm Tomaten machten wir uns auf den Rückweg durch den schattigen Wald. Auch den Weg nach Hause haben wir genossen, vor allem Emma, die wie so oft den Komfort des Gefahrenwerdens nutzte und so die neidischen Blicke der Kinder auf sich zog, die selbst radeln mussten. So ist das halt wenn Eltern zwar kein Auto haben, aber dafür zwei Transporträder :-).

Ach ja, die Trauben gab es von der netten Dame noch gratis dazu.
Zu Hause angekommen gab es erst mal Mittagessen, natürlich Tomatenbrot. Zum Nachtisch noch selbst gebackenen Zopf mit einem schönen Latte Macchiato und danach eine Runde in den Teich zum erfrischen. Urlaub eben.

Verarbeitung und Brot

Klimaneutralität und Einkaufen war das Thema. Die Tomaten haben also bisher klimaneutral ihr Ziel erreicht. Die Weiterverarbeitung geschieht im Holzbackofen im Garten und das Holz kommt in diesem Fall sogar von einem Grundstück in nächster Nähe. Den Transport habe ich mit dem Packster erledigt. Und wenn der Holzbackofen schon mal heiß ist entstehen bei uns, dank den Backkünsten meiner Frau, leckere Olivenbrote und französisches Baguette. Na ja zumindest fast, das Wort nebenbei stimmt so nicht, denn es gehört schon ein ausgeklügelter Backplan dazu. Aber alles andere stimmt auf jeden Fall.

Perfekt ökologisch Einkaufen

Ich denke hinsichtlich der Ökologie ist diese Art des Einkaufs, des Transportes und der Weiterverarbeitung kaum zu überbieten. Leider gelingt das längst nicht immer, aber es ist ein gutes Beispiel, dass es möglich ist. Ach ja, apropos leisten. Günstig war der Einkauf direkt beim Erzeuger auch noch.

Zum Schluss das fertige Produkt für die sonnenarme Jahreszeit.

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