Warum eigentlich Lastenräder?

Unsere beiden Laster

Seit Dezember 2015 sind wir jetzt mit Lastenrädern in und um Augsburg unterwegs. Auch wenn in den letzten Monaten die Lastenraddichte spürbar zunimmt, werden wir dennoch häufig auf unsere Räder angesprochen. Neben Fragen nach den Kosten und dem Fahrgefühl kommt auf die eine oder andere Art auch immer wieder die Frage: „Warum seid Ihr eigentlich immer mit den Lastenrädern unterwegs?“.

In diesem Beitrag möchte ich dem nachgehen und einige Antworten finden. 

1. Unsere Lastenräder sind Pedelecs

Wer einmal ein Pedelec gefahren ist möchte dies nicht mehr missen. Es ist einfach prima an der frischen Luft, und bei Bedarf ohne zu schwitzen, an sein Ziel zu kommen. Das ist vor allem dann wichtig, wenn man nahezu alle Strecken mit dem Rad zurücklegt und kein Auto zur Verfügung hat. Hierfür eignen sich sicherlich auch Pedelecs ohne Ladefläche.

2. Lastenräder bieten ein tolles Fahrgefühl

Was die Fahreigenschaften im urbanen Raum betrifft, sind nach meinem Dafürhalten, Lastenräder die idealen Gefährte zum Cruisen. Der lange Radstand der Fahrzeuge erzeugt ein tolles Fahrgefühl, dass man einfach erlebt haben muss.

3. Lastenräder sind im Straßenverkehr sicherer

Es mag ein rein subjektives Gefühl sein, aber wenn ich mit einem „normalen“ Rad unterwegs bin habe ich immer das Gefühl im Straßenverkehr nicht ernst genommen zu werden.

Lastenräder werden im Straßenverkehr eher ernst genommen

Knappes Überholen, Nicht-Warten an Engstellen und noch schnell vor dem Radler abbiegen sind solche Standardsituationen. Nicht, dass es diese Situationen auch mit dem Cargo-Bike geben würde, aber seltener. Größere Fahrzeuge erzeugen offenbar auch bei anderen Verkehrsteilnehmern ein höheres Maß an Respekt.

4. Ladekapazität

Seltsam, bei Autos wundert sich keiner wenn Menschen einen Kombi oder gar ein SUV fahren. Meist würde vermutlich auch ein Wagen in Smart-Größe reichen um einzelne Personen an ihr Ziel zu bringen.

Meist würde eine Fahrzeug in Smart-Größe ausreichen

Für unsere Lastenräder gilt das gleiche. Natürlich könnten wir den Weg von A nach B auch mit einem normalen Fahrrad oder Pedelec zurücklegen. Doch bereits beim täglichen Weg in die Arbeit geht es los. In meiner Kiste habe ich immer Regenkleidung dabei und ich muss nie einen Rucksack am Rücken tragen oder eine Satteltasche mit zum Arbeitsplatz nehmen. Auch spontane Einkäufe auf dem Nachhauseweg sind kein Problem.

Mal eben im Getränkemarkt zwei Kisten Saft einladen

Einkäufe oder auch Getränke holen geben viele als Grund an warum sie niemals auf ein Auto verzichten können. Ich sehe hier einen weiteren Grund für die Nutzung von Lastenrädern. Gerade der Getränkemarkt ist hier ein zentrales Thema. Auf seiner Twitter Seite veröffentlicht der Radelschwabe auch immer wieder Bilder von Transporten, unter dem #Dummgucktag zeigt er was mit seinem „Laster“ in Bezug auf den Getränkeeinkauf möglich ist. Der Transport geht dann einmal quer durch die Stadt und die Sackkarre wird für die Auslieferung benötigt.

Auch ohne Motor

Vier Getränkekästen und mehr sind kein Problem

Im ersten Bild waren es zwei, im zweiten Bild vier Getränkekästen. Das ganze kann man aber mit dem entsprechenden Gefährt noch steigern. Vier Kästen und noch Platz für die Holzkiste mit dem sonstigen Einkauf haben im Packster 80 problemlos Platz.

Getränketransporter

Neben den spontanen Transporten oder dem Einkauf sind in einer vierköpfigen Familie mit Garten auch oftmals mehr Dinge zu bewegen als man glaubt. Immer wieder habe ich das Gefühl, dass so manche Last die Kapazität des Kofferraums eines Mittelklassewagens übersteigen würde. Beispiele gibt es in meinem Blog ja bereits einige. 

 

5. Fazit

Lastenräder machen in gewisser Weise süchtig. Für uns sind unsere Räder zum normalen Fortbewegungsmittel geworden und das Wichtigste, es macht immer noch Freude damit zu fahren. Anders wären die knapp 13.000 Kilometer im vergangenen Jahr kaum zu erklären. Der Umstieg aufs Cargobike hat sicher dazu geführt, dass Autofahren in unserem Alltag zur extremen Ausnahme geworden ist. Trotz ihrer Größe sind unsere Räder im städtischen Alltag immer noch wendiger und flexibler als jedes Auto. Daher nutzen wir unsere Lastenräder konsequent und häufig.

Lastenräder halten zunehmend Einzug in unser Straßenbild

Das schönste ist aber, dass Lastenräder nach und nach Einzug in den Stadtverkehr halten und offenbar geht es den anderen Radlern wie uns. Es kommt meist zu kurzen Gesprächen und irgendwie wirken alle entspannt und freundlich. Die Ursache hierfür erfährt nur wer selbst zum Lastenrad im Alltag greift…… 

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5 thoughts on “Warum eigentlich Lastenräder?”

  1. Das könnte ich mir alles auch vorstellen. Bei uns im Mehrfamilienhaus ohne direkten Zugang zum Hof, müsste das Lastenrad das ganze Jahr ohne Stromanschluss nur mit einem Schloss gesichert im Freien stehen.
    Es müssten bei uns in der Straße also gesicherte Unterstellmöglichkeiten evtl. auch mit Stromanschluss geboten werden. Bis so ein Umdenken bei den Vermietern / Stadtverwaltung einsetzt, wird es noch einige Zeit dauern leider.
    Das hält mich aber nicht davon ab, fast über all hin mit dem Rad zu fahren und allerlei in meinem Korb und in den Fahrradtaschen zu transportieren.

  2. Ich kann deinen Kommentaren voll und ganz zustimmen. Das mit dem Abstand der PKWs ist mir auch schon aufgefallen. Ich denke mit dem Lastenrad fährt man auch nicht so weit rechts wie man sich sonst dazu verleiten lässt.
    Besonders genieße ich dass ich für mein Load immer einen Parkplatz direkt vor dem Geschäft, Bäckerei…. finde (obwohl mir ein Stück zu Fuß gehen auch egal wäre).
    gut Last! Rudi

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