Was für eine Woche

Ohne Auto im Dezember unterwegs zu sein wird oftmals ganz schön abenteuerlich, doch so manche Wetterkapriole lässt sich in der richtigen Umgebung und mit Weihnachtsgebäck gut überstehen. Auch konnte ich in den letzten Tagen Kurioses und auch Neues entdecken. Doch von Anfang an.

Kurioses

Um Personen oder Lasten mit dem Fahrrad zu befördern hat sich in den letzten Jahren einiges getan. Von Kindersitzen über Anhänger für viele Anwendungsgebiete bis hin zu ein- und mehrspurigen Lastenrädern reicht die Angebotspalette. Doch einen Seitenwagen für den Kindertransport hatte ich vorher noch nie gesehen. Dieser wird mit beweglichen Streben an einer Halteplatte befestigt. Die Platte ist fest am Rad verschraubt, so dass sich der Beiwagen mit zwei Steckverbindungen an- und abbauen lässt. Die beweglichen Streben ermöglichen weiterhin eine Neigung bei Kurvenfahrten. Das Gefährt lässt sich mit bis zu 40 kg beladen. Diese Art von Kindertransporter wird von der Firma Scandinavian Side Bike hergestellt. Nach Angaben des Besitzers und des Mitfahrers ist das Fahrgefühl großartig.

R&M Charger GX mit Seitenwagen

Der erste Schnee

Am Montag war es soweit. Der erste Schnee ist liegen geblieben. Zum Glück hatte ich den neuen Winterreifen am Hinterrad schon wieder aufgezogen, so dass ich vor der Fahrt in die Arbeit nur noch schnell den Vorderreifen wechseln musste. Mit den entsprechenden Pneus war die Tour über die verschneiten Wege dann ein echtes Vergnügen und im Radständer waren mehr Plätze frei als sonst.

Der erste Schnee

Positiv überrascht war ich von der Tatsache, dass ich trotz der nicht gerade fahrradfreundlichen Witterung etlichen anderen Radlern begegnet bin. Es scheint so als ob  die Ganzjahres-Radfahrer in Augsburg immer mehr werden.

Etwas Neues

Für Carolas Packster hatte ich Spike-Reifen bestellt. Beim Abholen am Dienstag konnte ich das neue Packster 40 zum ersten mal live sehen und auch eine kleine Runde damit drehen. Im Vergleich zu unserem Modell mit 80 cm Ladefläche sieht es, na wie soll ich es ausdrücken, „putzig“ aus. Das Rad ist mit einer Nuvinci-Nabe und einem Gates-Riemen ausgestattet. Wie ich finde, eine ideale Kombination für ein Lasten-e-Bike. An der Stange lässt sich das „Packsterle“ problemlos anheben und tragen, was mit den größeren Modellen kaum möglich ist. Der kleine rote Flitzer fährt sich eher wie ein normales Fahrrad und ist ein toller kleiner Laster.

Packster 40

Wetterkapriolen

Am Montag Schnee, am Dienstag und Mittwoch immer wieder Regen und am Donnerstag dann Sonnenschein und milde Temperaturen. So unterschiedlich war die Woche. Am Freitag war Carola bei Freunden in Leitershofen (ca. 10 km von zu Hause entfernt) zur gemeinsamen Produktion von Plätzchen (Weihnachtsgebäck). Nachdem es für mich nach der Arbeit kaum einen Umweg bedeutete haben wir uns dort getroffen um gemeinsam nach Hause zu fahren. Als wir aufgebrochen sind hatten die Wolken im Westen eine grau-gelbe Färbung und der Wind nahm mächtig zu. Kurz nach dem Start fielen die ersten Graupelkörner vom Himmel. Das ganze entwickelte sich zu einem mächtigen Wintergewitter in dem Blitz und Donner sich nahezu gleichzeitig über uns entluden. Kurz vor dem Hauptbahnhof war der Niederschlag in Verbindung mit dem Wind so heftig, dass die Sichtweite bei etwa 50 Metern lag. Weiterfahren machte kaum Sinn, denn die Straßen waren mit einem mal spiegelglatt. Daher fiel die Entscheidung unseren, am Hauptbahnhof befindlichen, Radhändler um Asyl zu bitten. In der Radstation wurden wir spontan zu einem Latte Machiatto eingeladen. Mit einem Packster voller Plätzchen zog im Laden plötzlich die Weihnachsstimmung ein. Nach etwa einer Stunde war das Unwetter dann vorüber und der restliche Weg nach Hause kein Problem.

Wintergewitter

Spike-Reifen für das Packster

Die Reifen hatte ich ja bereits am Dienstag abgeholt, doch wegen Zeitmangel und der milderen Temperaturen lagen diese noch in der Garage. Nach dem Unwetter und aufgrund der Tatsache, dass wir am Freitagabend noch einen Termin hatten, habe ich das Packster nach dem Abendessen noch mit den Winterreifen bestückt. Das Hinterrad war schnell erledigt. Nur der kleine Vorderreifen war etwas widerspenstig. In der kalten Garage wollte es mir nicht gelingen den Gummimantel über die Felge zu ziehen. Erst mit einem Fön und im warmen Haus rutschte das Teil an Ort und Stelle. Später habe ich dann noch etwas über ein Montage-Fluid gelesen mit dem das Aufziehen wohl einfacher gelingt. Evtl. sollte ich mir das Zeug für den nächsten Reifenwechsel besorgen.

Spike-Reifen auf dem Packster

Carolas Laster ist nun also mit Spikes ausgestattet und rumpelt wie ein landwirtschaftliches Nutzfahrzeug. Auf meinem Load befinden sich auch in diesem Winter wieder der Top Contact Winter II (hinten) und ein grobstolliger BMX-Reifen (vorne). Je nach Witterung und Straßenverhältnissen werde ich demnächst die Winterreifen und die Spikes vergleichen.

Fazit

In der vergangenen Woche haben wir einiges gesehen (kurioses & neues), hinsichtlich der Witterung einiges erlebt und sind weiterhin ohne Auto unterwegs. Oder wenn man es etwas anders betrachtet – Wir hatte nur, weil wir im Wintergewitter mit den Rädern unterwegs waren, einen netten Nachmittag bei Plätzchen und Kaffee.

Jetzt geht es übrigens raus zum Schneeräumen und Carola ist mit ihren Spikes unterwegs.

es schneit seit drei Stunden

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