Bakfiets on Tour – Mit drei Lastenrädern zum Ammersee

Schöne Wege ohne Verkehr

Wie auch im vergangenen Jahr war für unsere große Tochter in den Pfingstferien wieder eine Woche Segelzeltlager am Ammersee angesagt. Nachdem die jungen Segler und Seglerinnen nach einem Tag auf dem Wasser immer großen Hunger haben, werden einige Eltern gebeten abends für ausreichend Essen zu sorgen. Also brachen wir am Montag zum zweiten Mal zu unserer Catering-Radtour für hungrige Ammersee-Bezwinger auf.

Packliste

Die Tour war, wie auch im vergangenen Jahr, auf zwei Tage ausgelegt. Das heißt, dass Kleidung und alles für eine Übernachtung in einer Ferienwohnung für drei Personen auf der Liste stand. Aufgrund der warmen Witterung war nicht all zu viel nötig. Um bei einer kleinen Panne nicht hilflos zu sein kam noch ein wenig Werkzeug hinzu. Da Gewitter angesagt waren wurde auch die komplette Regenausrüstung eingepackt. Den größten Teil unserer Transportgüter nahmen die Nahrungsmittel ein:

  • 5 kg Hackfleischteig, gut gekühlt
  • 9 Fladenbrote
  • 2 Flaschen Ketchup
  • Krautsalat von einem großen Kopf Weißkraut und 2 kg Rüblen, Majonaise und Joghurt, gut gekühlt
  • 6 kg selbst gebackenes Brot (4 Laibe) für das Frühstück in den kommenden Tagen
  • Proviant für die Fahrt (auch Tourenradler haben Hunger!!!) incl. 4 Liter Wasser, die gerade so gereicht haben

Das muss alles mit

Ein wenig Literatur und elektronische Geräte (Tablet und Telefone) ergänzten die Packliste.

Ladekapazität

Wie schon im Titel erwähnt stand uns neben dem Packster 80 (Jolly) und dem Load auch noch ein Packster 40 (Jollienchen) zur Verfügung. Das „Kleine“ konnten wir bereits am Samstag in der Radstation abholen. Einerseits sorgte dies für noch mehr Ladekapazität andererseits auch dafür, dass Emma ihren Spaß bei der Tour hatte.

Wer dem Maulen eines Teenagers auf einer Radtour vorbeugen will braucht ein geeignetes Gefährt.

Nicht eine negative Äußerung kam unserer 13-jährigem über die Lippen.

In den drei „Lastern“ konnte alles prima verstaut werden und selbst bei Regen wäre nichts nass geworden.

Die Ladekapazität reicht locker

Tourenplanung und -Verlauf

Bei Radtouren ist es uns wichtig eher abseits von Straßen mit Autoverkehr unterwegs zu sein. Daher habe ich, obwohl wir die Strecke ja bereits mehrmals gefahren sind, die diesjährige Route in Komoot geplant und dann auf unsere Radcomputer übertragen. Ich finde, dass die Planung in Komoot komfortabler ist als in der Bosch-Nyon-Welt.

Die Route

Unser Weg führte in Augsburg am Lech entlang. Vorbei am Kuhsee und weiter über die Staustufen 23 und 22. Auf einer geteerten, aber von Kraftfahrzeugen nicht befahrenen Straße erreichten wir Pritriching. Weiter ging es nach Schloß Kaltenberg. Dort waren zwar noch keine Ritter zu sehen, aber es bot sich reichlich Platz für eine Mittagspause in romantisch mittelalterlicher Kulisse.

Nach der Stärkung mussten wir das einzige, kurze Stück auf einer Bundesstraße zurücklegen. Doch die schöne Allee von Geltendorf nach St. Ottilien entschädigte uns umgehend. Nach gut zwei Stunden Fahrzeit waren wir am Ammersee und folgten der Uferstraße bis nach St. Alban. Die 65 Kilometer bis zum Ziel konnten wir in 3 1/4 Stunden zurücklegen. Um trotz Ladung mit einer Akkuladung anzukommen nutzen wir meist den Eco-Modus. Am Ziel hatte ich dann noch ca. 30 Kilometer Reichweite beim Load. Das große Packster mit Dual-Akku-System war mit 900 Wh (500 und 400 Wh Akku) unterwegs und daher war Reichweite kein Thema, wenngleich auch Carola den Eco-Modus nutzte. Emma mit dem „Kleinen“ hatte aufgrund ihres geringen Gewichts auch noch ausreichend Kapazität in der Batterie.

Ammersee und Dießen

Am Campingplatz haben wir erst mal die mitgebrachten Zutaten fürs Abendessen abgeladen. Nach kurzem Aufenthalt ging es dann weiter nach Dießen um unser Zimmer zu beziehen. Schön, dass auch diesmal kurzfristig, bei Frau Veith, unser Zimmer vom letzten Jahr verfügbar war. Hier dürfen wir unsere Räder im herrlich eingewachsenen Carport unterstellen und auch Radler, die nur eine Nacht bleiben wollen, sind herzlich willkommen. Nach einer Nacht in gemütlichen Betten werden sie nach einem leckeren und eiweißreichen Frühstück (für die Wadeln) auf den Weg geschickt.

Was auf einer Radtour natürlich nie fehlen darf ist ein Eis. Dieser Regel kamen wir auf dem Weg zu unserer Herberge nach.

Die Belohnung

Zurück am See und gestärkt vom Eis eroberten Emma und ich erst mal das Wasser um uns zu erfrischen. Das Wasser war herrlich.

Abendessen

Es galt etwa 30 Jugendliche und fünf Erwachsene satt zu bekommen. Auf allgemeinen Wunsch gab es auch in diesem Jahr Carolas Riesenburger. Hierbei dient ein Fladenbrot als Maßstab für die Größe des Fleischküchleins, oder ist ein pfannengroßer Hackfleischbrocken eher ein Fleischkuchen. Egal, es hat allen hervorragend geschmeckt.

Riesenhamburger

Nach dem Essen zeigten sich rund um unseren Aufenthaltsort dunkle Wolken. Daher machten wir uns rasch auf und erreichten mit den ersten Regentropfen den Carport unserer Pension.

Der zweite Tag

Gestärkt traten wir gegen halb zehn die Rückfahrt an. Nachdem die Strecke auf dem Hinweg sehr schön war, wählten wir die selbe Route für den Weg nach Hause. Im Klosterladen, in St. Ottilien, deckten wir uns mit Reiseproviant ein, der dann auf einer Bank an einem Bach verzehrt wurde. Nachdem der Heimweg tendenziell eher bergab verläuft und wir deutlich weniger Gewicht an Board hatten, war die Akkureichweite unproblematisch. Emma verkündete mehrfach stolz, dass sie auch im Turbomodus nach Hause kommt. Mit so viel elektrischem Rückenwind war sie mit dem Jollienchen meist ein gutes Stück vor uns, bester Laune und voll motiviert. Nach knapp drei Stunden Fahrzeit waren wir dann auch wieder zu Hause.

Auf dem Heimweg war Emma damit beschäftigt Argumente zu finden, warum sie das kleine Packster auf keinen Fall zurückbringen kann. Das ging vom Gewöhnungseffekt: „Das Jollienchen hat sich schon so an mich gewöhnt“ bis hin zu: „Vermutlich läuft es uns wieder nach wenn wir es abgeben.“ Nachdem bereits vor der Abfahrt die Finanzierung geklärt war, wurde beschlossen bei der Rückgabe ein Preisangebot einzuholen.

Doch erst einmal mussten die Räder vom Staub der letzten Tage befreit werden.

Sauber machen

Insgesamt 160 Kilometer waren wir in den zwei Tagen gefahren und hatten eine Menge Lebensmittel und unser Gepäck transportiert. Immer wieder trafen wir auf Radwanderer, deren Räder vorn und hinten mit Packtaschen behängt waren. Sicher ist diese klassische Variante des Radurlaubes auch toll, aber irgendwie ist so ein Kofferraum am Rad eine feine Sache. Und wenn man nicht gerade durch unwegsames Gelände will, sondern Radwanderwege nutzt, dann ist ein Lastenrad absolut tourentauglich.

Wie ging es mit Jollienchen weiter

Am späten Nachmittag kamen wir wieder in der Radstation an und Emma äußerte ihre Begeisterung und meinte, dass sie das kleine Packster am liebsten wieder mit nach Hause nehmen würde. Dazu muss man wissen, dass bis vor kurzem das Tinker, ein anderes Modell aus dem Hause Riese&Müller ganz oben auf ihrer Liste – „Darauf spar ich“ – stand. Nachdem wir die Ernsthaftigkeit der freundlichen Übernahme von Jollienchen bestätigt hatten und wir einen sagenhaft tollen Preis genannt bekommen hatten, musste Emma das Packster zwar zurücklassen, aber wir konnten es am nächsten Tag mit frischem Kundendienst und persönlicher Konfiguration abholen.

So hat also das dritte Lastenrad zu uns gefunden, quasi als Sharingbike für unsere Kinder, denn es soll laut Vereinbarung jeder zur Hälfte gehören.

Zum Abschluss des Radurlaubes gab es dann noch ein Eis in unserer Lieblingseisdiele in Augsburg.

Noch ein Eis

Der nächste Tag

Am Mittwoch Nachmittag fuhren wir erneut zur Radstation, damit Emma ihr Jollienchen in Empfang nehmen konnte. Sarah, die ja noch am Ammersee ist, konnte leider nicht dabei sein. Und was soll ich sagen, die Radübergabe war perfekt vorbereitet. Vielen Dank an das Team der Radstation.

Jollienchen bei der Übergabe

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