Ein neues Mitglied im Fuhrpark und die Bahn

(-Werbung, da Verlinkung auf Unternehmen und Produktnennung -)

Heute geht es um einen Zuwachs mit dem Namen Möhrchen und um das Abenteuer Schokofahrt. Letzteres sorgt schon nach wenigen Tagen für mehr Spannung im Vorfeld als uns lieb ist.

Die Backfites-Family wird größer
#augsburgatmet – Multicharger

Unter dem Motto #augsburgatmet hat die Stadt Augsburg Fördergelder für Lastenräder bereitgestellt. Eigentlich ab dem 1. Juli, aber in der Realität am 1. Juli, konnte man einen Antrag stellen. Nachdem wir das Multicharger ausgiebig getestet hatten musste wir nicht lang überlegen und habe einen Antrag gestellt. Ende Juli kam dann der positive Bescheid und so wechselte das Testrad in unseren Fuhrpark. Ein Name für das neue Mitglied war auch bald gefunden und so wurde der schwarz-orange Langstreckenläufer „Möhrchen“ getauft und mit dem obligatorischen Aufkleber der Stadt versehen.

Im Alltag oft am Bahnhof

Irgendwie habe ich das Gefühl in der vergangenen Woche ständig am Bahnhof gewesen zu sein. Nachdem unsere Kinder am Dienstag aus Dresden zurück kamen war das elterliche Abhol-Kommando natürlich vor Ort um die beiden in Empfang zu nehmen. Mit Sack und Pack, äh Kindern ging es dann auf den Lastenrädern nach Hause.

Am Mittwoch ging es dann für mich beruflich nach Ulm und so war ich frühmorgens wieder am Augsburger Bahnhof. Wie schon so oft war es auch diesmal ein gutes Gefühl mein Fahrzeug einfach in der Radstation unterstellen zu können, wo ich es nach der Rückkehr wieder unversehrt in Empfang nahm.

Bereits am Dienstag hatte sich Alex, der den Blog Pedelecmonitor betreibt, bei mir gemeldet. Da er beruflich am Mittwoch und Donnerstag in München ist und wir uns schon längst treffen wollten, war dies eine tolle Gelegenheit dies zu tun. So holte ich Alex am Abend von Bahnhof ab. Mit einem Leih-Pedelec (R&M Hommage mit ABS – wie es sich für Blogschreiber zum Thema gehört) fuhren wir dann zu uns nach Hause. Ein netter Abend mit tollen Gesprächen ging viel zu schnell vorbei und so kam es, dass die letzte Regionalbahn nach München abgefahren war, bevor wir am Bahnhof waren. Ein später ICE in diese Richtung hatte mehr als eine Stunde Verspätung und so wurde für den Gast fix ein Nachtlager bereitgestellt.

Die Folge, ich war am Donnerstagmorgen schon wieder zeitig am Bahnhof um Alex zum Zug zu bringen und das Rad bei der Radstation zurück zu geben. Da in Augsburg aber am 08. August Feiertag ist, ging es für mich danach wieder gemütlich nach Hause.

Die Schokofahrt und die Deutsche Bahn

Carola und ich spielen schon länger mit dem Gedanken an der legendären Schokofahrt teilzunehmen. Hierbei handelt es sich um den emissionsfreien Transport von, na wie der Name schon sagt, Schokolade.

Die Schokofahrt ist eine dezentral organisierte, private Fahrradtour für den emissionsfreien Transport von Schokolade. Wir möchten für nachhaltige Mobilität, CO2-neutralen Transport und bewussten Genuss werben. Eine Idee, ein Ziel. Wir verfolgen dabei keine kommerziellen Zwecke, sind non-profit-mäßig unterwegs und machen (außer für die Schokolade) keine Werbung für bestimmte Produkte. (Quelle: https://schokofahrt.de/faq/)

Unter dem Motto, wenn schon dann auch ganz, wollen wir im Oktober von Amsterdam Schokolade nach Augsburg transportieren.

Was aber hat die Bahn damit zu tun?

Ganz einfach, die Strecke Amsterdam-Augsburg beträgt ca. 780 Kilometer. Leider reicht die Zeit nicht aus, den Hin- und Rückweg mit den Lastenrädern zu fahren. So planen wir, ganz nach dem Vorbild der Münchner-Schokofahrt-Crew, die Hinreise mit der Bahn zu meistern. Für die Fahrt möchten wir das Multicharger und das Load nutzen. Da Möhrchen für die Bahn als normales Fahrrad gilt musste nur für das Load eine andere Lösung gefunden werden.

Fahrkarten und Radreservierungern

An einem der letzten Tage im Juli haben wir also Nägel mit Köpfen gemacht und die Bahnreise gebucht. Am Schalter des Augsburger Bahnhofs trugen wir unser Anliegen vor und der Mitarbeiter der DB hat uns in mühsamer Kleinarbeit eine Verbindung im IC mit zwei Umsteigepunkten herausgesucht. Für das Load wurde, auf sein Anraten hin, ein Tandemplatz gebucht. Nach ca. einer Stunde haben wir den Bahnhof mit den Tickets und den Sitzplatz-, bzw. Stellplatzreservierungen verlassen. Für die Anreise haben wir extra den Feiertag im Oktober gewählt, um nicht im Berufsverkehr anreisen zu müssen. Außerdem bleibt uns so ein ganzer Tag, um Amsterdam wenigstens ein bisschen zu erkunden.

Unterkunft

Auch eine Unterkunft, etwas außerhalb gelegen, war schnell gefunden und so schien der erste Schritt für die Schokofahrt perfekt vorbereitet zu sein.

Der 01. August

Doch plötzlich tauchte am 01. August folgende Meldung in den sozialen Netzwerken auf:

Seit dem 1. August 2019 gilt ein neuer Passus in den Beförderungsbedingungen der DB: „Sogenannte Lastenräder (Fahrräder oder Pedelecs mit festen Aufbauten für Lasten- und/oder zum Transport von Kindern) sind von der Mitnahme ausgeschlossen.“ (Quelle: DB Beförderungsrichtlinien)

Wie bitte? Wir hatten doch für genau so ein „sogenanntes Lastenrad“ vor zwei Tagen einen Stellplatz reserviert. Was nun?

Immerhin hat die Bahn über Facebook rasch reagiert. Ein paar Stunden später dann ein weiterer Post:

So haben wir es dann auch gemacht. Und es wird Montag, Dienstag, Mittwoch… Wann fängt bei denen denn die Woche an? Also nochmal nachgefragt und die Antwort kam prompt:

Offenbar ist der Betriebsablauf aber weiterhin verzögert, denn bisher scheint der Kollege noch nicht dazu gekommen zu sein. Es bleibt also spannend. Ach ja, anderen, die aufgefordert wurden per Email Kontakt aufzunehmen geht es offenbar nicht besser:

Ich bin gespannt wie sich das noch entwickelt.

4 thoughts on “Ein neues Mitglied im Fuhrpark und die Bahn”

  1. Oh ja das Thema hatte ich auch lange mit der Bahn. Unsere Tickets waren mit 1 Haltestelle IC und das am gleichen Tag bestellt, bevor die Meldung kam.

    Wir durften nicht mehr fahren und wurden vom Zugführer nicht mitgenommen. Wir durften dann 4 Stunden Umweg mit dem Regio fahren, statt 1 1/2 Stunden mit dem IC auf direktem Weg.

  2. Ich bin schon jetzt gespannt auf die nächste Bahnfahrt mit meinem „sogenannten Lastenrad“ TERN GSD, was zwar von den äußeren Abmessungen her einem ganz normalen Rad entspricht, andererseits aber über „feste Auf-/Anbauten zum Transport von Lasten oder Kindern“ verfügt ( „Clubhouse“, „Sidekick Lower Deck“ und „Transporteur Rack“ mit Kindersitz und passender Eurobox) und von der Bezirksregierung Arnsberg inzwischen (5 Monate Antragsprozedur …) als förderungswürdiges (1000,- Euro Zuschuss!) Lastenrad anerkannt wurde.

    Hat jemand übrigens schon einmal Erfahrungen beim Bahntransport mit einem doppelsitzigen Kinder-Fahrradanhänger gemacht, der ja schnell (Umstecken der Deichsel, Anstecken der Rädchen) zum Buggy umgebaut werden kann?

    Es bleibt spannend und unklar mit der Bahn.

    Wolfgang

    1. Hallo Wolfgang,
      bist Du mittlerweile mit dem tern Bahn gefahren?

      Ich hatte nämlich das Drama mit dem Fahrradanhänger-Buggy.
      Bei einer Tour hatten wir den Anhänger ohne Fahrrad und umgebaut zum Buggy dabei.
      Wir mussten 2 oder 3 Mal umsteigen und waren mehrere Stunden unterwegs. Mehrmals kontrolliert, kein Problem. Kurz vorm Ziel die letzte Kontrolle. Da hätte man uns fast aus dem Zug geworfen, weil wir das fahrradähnliche Ding in einem Zug ohne Fahrradabteil transportiert haben. Zum Glück gab es keinen Zwischenhalt mehr…

      Bei der nächsten Reise wollte ich mich vorher absichern, aber auch nach 3 Wochen regem Mailverkehr mit der deutschen Bahn, gab es keine richtige Antwort. Es hiess immer wieder, es läge im Ermessensspielraum der Schaffner.
      Das hilft natürlich nicht weiter, wenn man allein mit 2 kleinen Kindern und Gepäck 8 Stunden unterwegs ist. Da will man eine gewisse Planungssicherheit.

      Jetzt dachte ich eigentlich, beim tern wäre die Lage klar. Sieht aus wie ein Fahrrad, ist so groß wie ein Fahrrad. Hat nicht diesen Lastenrad-typischen Kasten.

      Bitte berichtet von euren Erfahrungen!

      Viele Grüße
      Mokey

  3. Ist eigentlich lachhaft, mit welchen Maßnahmen die Bahn ein Umdenken der Bevölkerung in Richtung Elektro Mobilität ausbremst. Das ein Lastenrad mehr Platz als ein konventionelles Bike braucht, daher im Transport mehr kostet, damit kann man leben. Die generelle Blockade ist ein ganz schlechtes Signal.

    Gruss Thomas

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