Eine Woche Pendeln – Das I:SY als Begleiter

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Das Fahrrad, genauer gesagt das Lastenrad ist für mich mein Hauptverkehrsmittel. Natürlich auch auf dem Weg zur Arbeit. Dadurch kommen jede Woche allein gut 100 Kilometer zusammen. Dabei genieße ich es den größten Teil der Strecke auf kleinen Nebenstraßen zurückzulegen und die Stadt umfahren zu können. Doch der seit Jahren immer gleiche Weg hat sich, zumindest für eine Woche, grundlegend verändert. Im Rahmen einer beruflichen Weiterqualifizierung habe ich im September ein Fernstudium begonnen. Im Rahmen von Präsenzterminen muss ich nun regelmäßig an die Hochschule in Neu-Ulm. Und schon werden aus 20 Kilometern 170 Kilometer am Tag.

Pendeln mit dem Zug

Lastenräder und die DeutscheBahn vertragen sich bekanntlich nicht so gut. In diesem Fall ist es auch gar nicht nötig. Also was ist zu tun? Das Bahnticket war schnell gefunden. Die Einzelfahrt beläuft sich auf knapp € 15.- (einfache Fahrt inkl. BahnCard) und ich musste an fünf Tagen an die Hochschule. Hier bietet die Bahn ein Wochenticket, oder besser gesagt ein 7-Tages-Ticket an, dass für knapp € 87.- zu haben ist. Damit kann man auf der ausgewählten Strecke beliebig oft in beide Richtungen fahren. Für das Ticket gibt es drei Varianten:

  1. Nur Nahverkehr – € 88,80
  2. Regionalverkehr und IC – € 86,60
  3. ICE (inkl. der anderen Varianten) – € 89,50

So ganz habe ich die Preisgestaltung nicht verstanden. Denn eigentlich war klar, dass ich nur mit dem Nahverkehr unterwegs bin, da dort die Mitnahme eines Fahrrades am unkompliziertesten ist. Dennoch habe ich mich aus Preisgründenfür die IC-Variante entschieden.

Das Fahrrad und der Zug

Mein Lastenrad war für diesen Fall, Pendeln zur Hauptverkehrszeit, gänzlich ungeeignet, und ich hatte ja auch nicht vor viel mitzunehmen. Also musste ich mir irgendwie ein ideales Rad zur Mitnahme im Zug besorgen. Daher habe ich Kontakt zu Marc Burger aufgenommen, der ja nicht nur ein begeisterter I:SY-Fahrer ist, sondern auch aufgrund vielfältiger Kontakte und Funktionen, so meine Hoffnung, eine Möglichkeit hat, mir hier für eine Woche auszuhelfen. Und es hat geklappt. So wurde mir am Montag vor der ersten Fahrt ein gelbes I:SY mit Riemenantrieb und Enviolo-Schaltung angeliefert. Das Rad wird gerade im Alltag von Marc getestet und so entstand die Idee das I:SY auf seine Tauglichkeit als Pendlerrad genauer unter die Lupe zu nehmen.

Das I:SY als Pendlerrad
Auf dem Weg zum Zug am Augsburger Hauptbahnhof

Im Nahverkehr (in Bayern-variiert je nach Bundesland) der Deutschen Bahn muss für Räder bis zu einer Radgröße von 20 Zoll kein Ticket gelöst werden, dies ist schon der erste Punkt für das kleine, kompakte eBike. Aber es gibt noch ein paar weitere Eigenschaften, die sich im Laufe der Woche als Vorteilhaft erwiesen haben. Doch der Reihe nach.

– Fahrräder bis 20 Zoll Reifengröße sind kostenfrei

Der erste Tag

Die Einführung, bzw. die Vorlesung sollte um halb neun beginnen. Leider fahren die Züge auch immer zur halben Stunde und die Fahrzeit beträgt ca. 60 Minuten (hier bietet auch der IC oder ICE keinen Zeitvorteil auf der Strecke). Also musste ich um 06:20 Uhr am Hauptbahnhof sein. Die ersten sieben Kilometer zum Bahnhof mit dem I:SY. Auch für mich mit einer Körpergröße von knapp 190cm lässt sich das Rad gut anpassen. Das „Kleine Gelbe“ beschleunigt, dank des geringen Gewichtes, mit dem BOSCH-Performance-Line Motor, für mich ungewöhnlich schnell, so dass ich meist über der Unterstützung unterwegs war.

Das BOSCH-Nyon (alte Variante) trotz Satellit ohne Joystick funktioniert…

Bei dieser Gelegenheit noch eine interessante Entdeckung. Das I:SY ist mit einem Intuvia ausgestattet. Entsprechend auch mit dem Satelliten ohne Joystick. Trotzdem akzeptiert und erkennt es das Nyon. Das hat bisher noch nie funktioniert, könnte aber an der aktuellen BOSCH-Software liegen.

Der Bahnhof war also rasch erreicht und der Zug kam nach wenigen Minuten. Bei den Regionalzügen auf dieser Strecke sind die Abstellplätze für Räder neben der Toilettenkabine ausgewiesen. Da der Gang an dieser Stelle sehr schmal ist, reduziert ein normales Fahrrad diesen erheblich. Bei hoher Auslastung wird ein Durchkommen deutlich erschwert. Hier spielt das I:SY seine weiteren Vorteile aus. Der Lenker kann mit einem Handgriff nicht nur in der Höhe verstellt, sondern auch um 90 Grad gedreht werden. Auch die Pedale kann man abklappern. Dadurch reduziert sich die Breite erheblich und das Rad passt sich den Gegebenheiten im Zug quasi an.

Abgekappte Pedale und gedrehter Lenker-Nimmt kaum Platz weg

Der erste Teil des Weges war also geschafft, der Zug verließ mit mir und meinem kleinen Begleiter pünktlich den Bahnhof in Augsburg. Auf dem Weg Richtung Ulm füllte sich das Abteil zunehmend. Etliche Schüler waren ebenfalls um diese Zeit unterwegs und so war ich beim Aussteigen froh, dass ich nur eine kleines, schmales Rad zum Ausgang bugsieren musste. Am Bahnsteig war der fahrbereite Zustand rasch wieder hergestellt.

Lenker schon gerade, Pedal noch unten

In Neu-Ulm waren es nur knapp drei Kilometer bis zur Hochschule. Am ersten Tag leistete mir das Nyon durch die Navigation wertvolle Dienste und so war das Ziel zehn Minuten später erreicht. Aufgrund von CORONA und der Tatsache, dass das Semester bisher nur für den berufsbegleitenden Studiengang begonnen hat, waren ausreichend Abstellplätze vorhanden.

Radparkplatz an der Hochschule in Neu-Ulm

Nach einem langen Tag als Student ging es gegen 18:00 Uhr zurück zum Bahnhof um den Zug um kurz vor halb sieben zu erreichen. In Neu-Ulm erreicht man den Bahnsteig über einen Aufzug. Auch hier zeigte sich wieder der Vorteil eines kompakten eBikes. Sogar zusammen mit einem Kinderwagen war es kein Problem die Abfahrt zum Bahnsteig zu meistern.

Im Aufzug

Der Zug war pünktlich und so erreichte ich Augsburg an meinem ersten Tag als Pendler um 19:30 Uhr. Der erste Tag hatte schon einmal prima geklappt.

Die weiteren Tage

Leider verschlechterte sich das Wetter im Lauf der Woche. Es wurde regnerisch und kalt. Aber irgendwie hatte ich immer Glück, dann wenn ich mit dem Rad unterwegs war hielt sich der Regen zurück. Von Tag zu Tag habe ich in Neu-Ulm zunehmend schönere Strecken vom Bahnhof zur Hochschule gefunden. Die finale Route war dann zwar etwas länger, dafür aber frei von Ampeln und Verkehr.

Der bisher schönste Weg

Die Kombination aus Rad und Zug hat hervorragend funktioniert. Nachdem es in Neu-Ulm kein Fahrradparkhaus am Bahnhof gibt, war für mich die Mitnahme im Zug jeden Tag alternativlos. Dank des kleinen Kompakt-eBikes war dies aber völlig unkompliziert. Auch konnte ich dadurch beim Zu- und Aussteigen hinsichtlich des Haltepunktes variieren, denn auf dem Nachhauseweg bin ich ab dem zweiten Tag bereits in Neusäß ausgestiegen. Dadurch war der Weg mit dem Rad zwar etwas länger, aber erstens machte dieser mit dem I:SY echt Spaß, zweitens konnte ich so noch eine wenig frische Luft schnappen, drittens musste ich nicht in der Innenstadt unterwegs sein und viertens hatte ich den halbe Weg schon zurückgelegt, bis der Zug den Hauptbahnhof erreicht hatte.

Die Rückgabe

Am Sonntag hatte ich mich mit Marc zur Rückgabe des I:SY und einer Tasse Kaffee verabredet. Nachdem das Wetter und die unbefestigten Wege dem Rad, hinsichtlich Verschmutzung, ziemlich zugesetzt hatten, stand zunächst das Reinigen auf dem Programm. Nachdem die Prozedur erfolgreich über die Bühne gebracht war, durfte das I:SY eine Runde auf der CARLA reiten. Und so ging es dann auch zum verabredeten Ort.

I:SY auf CARLA
Fazit

Zunächst, auch kleine Räder werden schmutzig, sind aber aufgrund der Größe schneller geputzt. 😊 Doch ernsthaft. Das I:SY eignet sich hervorragend zur Mitnahme im Zug. Auch bei Bahnsteigen mit großem Höhenunterschied kann das Rad, sogar einhändig, ein- und ausgeladen werden. Dank der Möglichkeit den Lenker und die Pedale in den „Reisemodus“ zu versetzten ist das Tragen und auch das Unterbringen im Zug sehr komfortabel. Trotz der kompakten Maße fährt sich das Rad eigentlich wie ein Großes. Auch bei Geschwindigkeiten über 30 km/h liegt es stabil auf der Straße. Immerhin 100 Kilometer habe ich in der Woche mit dem Rad zwischen den Bahnhöfen und zu Hause, bzw. der Hochschule zurückgelegt. Dabei lernte ich die Ballonreifen und die gefederte Stattelstütze, hinsichtlich des Fahrkomforts, schätzen. Dennoch bin ich nach einer Woche Pendeln mit dem I:SY wieder froh mit meinem Cargo-Bike unterwegs zu sein und nur knapp eine halbe Stunde statt 90 Minuten für den Weg zur Arbeit zu benötigen. An dieser Stelle möchte ich allen, die das mit dem Pendeln nicht nur eine Woche machen, sonder täglich länger unterwegs sind meinen Respekt zollen.

3 thoughts on “Eine Woche Pendeln – Das I:SY als Begleiter”

  1. Guter Bericht, auch zugunsten des i:sy. Eine Anmerkung noch zur kostenlosen Fahrrad-Mitnahme bei 20Zoll-Rädern. Leider ist dies je nach Bundesland sehr unterschiedlich: bei uns in Schleswig-Holstein gibt es nämlich diese Regelung nicht! ☹️

  2. Guter Bericht – nur wird über die nicht vorhandenen Lademöglichkeiten im Bereich der Stadt Neu-Ulm und Ulm nur am Rande berichtet. Dort gibts nur ganz wenige Möglichkeiten sein E-Bike aufladen zu können – das ist einfach nur schwach dort in der Region.

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