Eurobike und eine Radtour

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In der letzten Urlaubswoche standen einige Aktivitäten auf dem Programm. Am Mittwoch ein Tag auf der Eurobike in Friedrichshafen und am Donnerstag eine größere Radtour. Aber zunächst an den Bodensee.

Eurobike

Nachdem ich vorher noch nie auf dieser riesigen Fahrradmesse war, war ich mindestens genauso gespannt wie meine Tochter Emma, die ebenso wie Carola mit von der Partie war. Nachdem uns nur ein Tag zur Verfügung stand, haben wir uns auf unser Schwerpunktthema, Lastenräder konzentriert. Hier gab es durchaus ein paar interessante Dinge zu sehen.

Flexibilität

Im CargoBike-Segment fällt auf, dass es mittlerweile eine große Anzahl von Anbietern und Lösungen für diverse Anwendungsbereiche gibt. Kindertransport, spezielle Aufbauten für Handwerker oder Lösungen für den Paket- bzw. Palettentransport.
Es zeigt sich aber oft, dass diese Räder wenig flexibel sind, wenn es darum geht, nicht nur einen der genannten Nutzungsbereiche zu bedienen. Dies mag verschmerzbar sein, wenn das Lastenrad als Ergänzung zum Auto gesehen wird. Ersetzt das Rad aber einen PKW, so ist Flexibilität im Aufbau oder bei der Gestaltung der Ladefläche ein wichtiger Aspekt. Diesen variablen Aufbau haben leider nicht alle Hersteller im Programm , dennoch möchte ich es nicht versäumen ein paar Neuentdeckungen zu beschreiben.

Urban Arrow

Urban Arrow zeigt neben dem bekannten Family-Modell ein Lastenrad mit puristischer Ladefläche, die eine Faltbox (Material:LKW-Plane) besitzt. Der Vorteil der Box ist, dass diese zusammengerollt am hinteren Teil der Ladefläche Platz findet und so ohne Werkzeug ein Umbau erfolgen kann. Daneben bietet die Ladefläche auch Ablagemöglichkeiten und Befestigungsösen für lange Gegenstände wie Leitern oder ähnliches.

Urban Arrow mit flexibler Ladefläche
ca go

Mit ca go betritt ein neuer Spieler die Lastenradbühne. Auf der Eurobike wurde der Prototyp eines CargoBikes präsentiert, das ich zwischen Urban Arrows Family-Modell und dem Packster von Riese und Müller ansiedeln würde. Das Rad hat ein paar interessante Eigenschaften. Es sind zwei In- Tube-Akkus im Boden der Kiste verbaut. Es stehen also bis zu 1250 Wh und damit eine enorme Reichweite zur Verfügung. Durch die Seilzuglenkung hat das Rad einen extrem kleinen Wendekreis, allerdings auf Kosten der Laufruhe während der Geradeausfahrt. Die Box besitzt einen abschließbaren Deckel und lässt sich mit Kindersitzen und Staufächern ausstatten. Für den Einstieg der Kinder wurden seitlich versenkbare Trittstufen angebracht. Die etwas behäbige Form ist der Sicherheit der Insassen geschuldet (extrem tiefer Schwerpunkt, hohe Seitenwände um ein Herausgreifen zu verhindern, seitlicher Schutz bis in den Schulterbereich, Umlenkung der Kräfte bei einem evtl. Frontalzusammenstoß). Mit einem zusätzlichen Griff unter dem Lenker soll auch kleineren Fahrern das Manövrieren im Stand erleichtert werden. Insgesamt besticht das „Neue“ mit hochwertigen Komponenten.

Riese und Müller

Die meisten Neuerungen habe ich ja bereits in Frankfurt auf der Urban Mobility Messe gesehen. Aber manchmal entdeckt man eben doch noch ein paar Details. Die Persenning für das Packster 80 besitzt jetzt keine Glasfiberstäbe mehr (wir hatten die nach dem ersten Bruch auch entfernt) und sie kann jetzt auch bei eingebauten Kindersitzen verwendet werden. Die Fixierung der Abdeckung an der Box wurde ebenfalls verbessert. Das größte Rad der Darmstädter besitzt nun ebenfalls höhenverstellbare Kindersitze.

Die neuen Kindersitze im Packster 80

Das Packster ist übrigens eines der CargoBikes, das die von mir beschriebene Flexibilität besitzt. Also Kinder- und Materialtransporter in einem. Der Umbau kann werkzeuglos und somit überall in kürzester Zeit erfolgen.

Was bleibt von der Radmesse

Ein Tag ist definitiv zu wenig um alles zu sehen und schon die Themen auf die man seinen Schwerpunkt legt, füllen den Messetag voll aus. Wir hatten in jedem Fall eine tolle Zeit in Friedrichshafen mit einer Menge Input, mit tollen Eindrücken und Gesprächen mit Herstellern. Doch gerade was das Zubehör betrifft hätten wir gerne noch mehr Zeit in den Hallen verbracht.

Die Radtour

Nach so viel Fahrradtheorie ging es am Donnerstag für Carola und mich auf eine größere Tour. Ziel war Peiting  im Allgäu. Warum ausgerechnet Peiting? Das hat mit dem Instrument von Carola zu tun, denn in der Nachbargemeinde von Schongau befindet sich die Werkstatt eines Oboenbauers und dort werden diese Instrumente auch gewartet. 

Los ging es mit einer kleinen Verspätung um 06:45 Uhr bei blauem Himmel und 14° Celsius entlang des Lechs in Richtung Süden. Die Tour sollte auch eine Test-Etappe für die Schokofahrt sein und so kamen das Load und das Multicharger zum Einsatz. Nur auf das Schokoladengewicht haben wir diesmal verzichtet.

noch scheint die Sonne

Üblicherweise fahren wir ab der Staustufe 23 auf der westlichen Lechseite entlang des Lochbachs. Da Komoot aber das östliche Ufer vorgeschlagen hat, fanden wir uns recht schnell auf einem Singletrail wieder, der sich über mehrere Kilometer hinzog. Das war mit den Lastenrädern einigermaßen spannend, hat uns aber im Zeitplan ein wenig zurückgeworfen. Kurz vor 9 Uhr erreichten wir Landsberg am Lech.

Landsberg am Lech

Nach ein paar weiteren abenteuerlichen Wegen, dank Komoot, trafen wir auf die Via Claudia und hatten so eine sehr schöne Nebenstraße für uns allein. Leider änderte sich nicht nur der Fahrbahnbelag (zum positiven) sondern auch das Wetter.

Die Wolken werden dunkler

Als wir gegen halb elf in Schongau, aufgrund einer Baustelle, im Stau standen, mussten wir bereits auf die Regenjacken zurückgreifen.

Im Stau

Dennoch erreichten wir halbwegs trocken nach 83 Kilometern unser Ziel. Leider war die Aussicht durch die Wolken nicht so großartig wie ich mir das gewünscht hätte.

Peiting – am Ziel

Während die Oboe bei der Durchsicht war bekamen unsere Räder ein bisschen Strom und wir ließen es uns bei einer Portion Käßspatzen gut gehen. Der Weg in den Ort wurde von einer ausgebüxten Kuh gut bewacht, so dass es gar nicht so einfach war das Gasthaus zu erreichen.

die ausgebüxte Kuh

Nach zwei Stunden Aufenthalt machten wir uns, zuerst im leichten Regen, wieder auf den Weg nach Hause. Aufgrund des heftiger werdenden Niederschlags (den lebhaften Wind kompensiert ja der Motor) wollten wir diesmal nicht wieder die unbefestigten Wege am Lech fahren und wählten eine anderer Route. Das erste Stück, wieder auf der Via Claudia, war eigentlich ganz schön. Ganz nach dem Motto:

Am Fahrrad bist du umgeben von Wasser, wenn es regnet. Das Wasser kommt von oben, die Räder schleudern es dir von unten entgegen und vorbeifahrende Autos ermöglichen einen Seitenangriff. Und irgendwann gelangst du an einen Punkt, an dem du nicht mehr nasser werden kannst. Es ist ein sehr angenehmes Gefühl der Freude, diesen Umstand einfach zu akzeptieren.

Quelle: Achtsame Gedanken für Radfahrer von Nick Moore

Der weitere Verlauf der Route führte uns entlang einer mehrspurigen Bundesstraße, das war auch wenn die Strecke kürzer und der Radweg meist sehr gut geteert war aufgrund des Lärms eher unangenehm.

Regen und entlang der Bundesstraße – es geht auch schöner

Trotz des weniger schönen Wetters und der unschönen Strecke erreichten wir gegen halb fünf nach 166 Kilometern und einigen Höhenmetern unser Zuhause. Für unseren Radurlaub konnten wir einige Erkenntnisse gewinnen:

  1. Regenhose nur in Kombination mit Überschuhen, sonst steht das Wasser in den Schuhen .
  2. Auch wenn man von Außen nass wird, regelmäßige Trinkpausen sind wichtig um die Leistungsfähigkeit aufrecht zu erhalten.
  3. Gerade mit Lastenrädern sind Singletrails zwar reizvoll, aber nicht die Wegebeschaffenheit der Wahl. Bei der Planung unbedingt darauf achten!
  4. Die Rückseite schmerzt manchmal mehr als die Beine.

Nach so viel Wasser sollte man eigentlich meinen, das war genug, doch das warme Wasser in der Badewanne war ein toller Abschluss der Tour.

2 thoughts on “Eurobike und eine Radtour”

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