Kalt ist es geworden und die fünf Kilometer Marke

Irgendwie war man diese Jahr schon verwöhnt was die Temperaturen und das Wetter im allgemeinen betrifft. So ist es nicht verwunderlich, dass ich die einstelligen Zahlen rund um die ein Grad Marke, als eher kühl empfinde. Das Gute ist, es gibt Kleidung, und man gewöhnt sich daran. Neben dem leichten Frösteln beim Verlassen des warmen Hauses, das aber nach dem ersten Kilometer auf dem Rad nachlässt, hat die kühle Witterung aber noch andere Auswirkungen.

  • Die Radwege werden leerer
  • Gleiches trifft auch auf den Fahrradabstellplatz in der Arbeit zu
  • Am Straßenrand stehen Fahrzeuge, deren Scheiben man vom Eis befreien muss, bzw. sollte, bevor man losfährt

Fünf Kilometer und was man dafür tun muss

Der letzte Punkt bringt mich zum ersten Thema. Die meisten Strecken, die man täglich zurücklegt, bewegen sich so um die fünf Kilometer und das einzige Verkehrsmittel hierfür scheint für viele der eigene PKW zu sein. Mit diesem Thema beschäftigt sich Daniel auf seinem Blogbeitrag – Das Auto ist der größte Feind der Mobilität – Folgende Überlegung aus dem Beitrag habe ich auch schon des öfteren angestellt:

Mich persönlich überrascht es immer noch, dass die meisten Wege mit dem Auto nur zwei bis fünf Kilometer lang sind. Niemals würde ich dafür Stau, Parkplatzsuche und Parkgebühren in Kauf nehmen.

Und es stimmt schon, die meisten meiner Wege bewegen sich tatsächlich um die die Distanzen von fünf bis zehn Kilometer. Wenn ich mich so in meiner Nachbarschaft umsehe scheint es heutzutage selbstverständlich zu sein sich nur mit dem Auto vom Haus oder der Wohnung zu entfernen.

Auch an einem Samstagmorgen beim Bäcker ist die Anzahl der Fahrräder sehr überschaubar (meistens sind es die Räder der Kunden, die noch zu jung für einen Führerschein sind). Auf der Straße rund um das Geschäft herrscht das Chaos und alle Regeln, die das Parken betreffen, werden über den Haufen geworfen.

Muss man vor Fahrtantritt auch noch die Scheiben vom Eis befreien, dann bin ich mit dem Rad meist schon wieder vom morgendlichen Gebäck-Holen zurück, wenn unsere Nachbarn erst losfahren.

Bedenkt man, dass ich in zehn Minuten bereits vier Kilometer zurück gelegt habe, dann muss man den angeblichen Vorteil eines Autos auf diesen Strecken noch mehr in Frage stellen. Gut, vielleicht ist einem nach zehn Minuten Eiskratzen auch warm, aber man hat sich ja noch keinen Meter in Richtung Ziel bewegt. Ist die Sicht endlich hergestellt, dann ist es im Fahrzeug immer noch kalt. Außer man folgt dem zunehmenden Trend der letzten Jahre, das Auto schon mal anzuwerfen während man den Eiskratzer schwingt um die Sitzheizung zum Glühen zu bringen. Auch hier muss man sich fragen, warum Menschen bereit sind in den Abgasen des eigenen Autos um selbiges herumzutanzen, zumal dies sogar eine Ordnungswidrigkeit darstellt – damit meine ich nicht das Tanzen 🙂 .

Zugefrorene Scheiben

Muss es immer das Auto sein?

Einige Leser werden jetzt denken: „Der nun wieder, er hat ja gar kein Auto, was soll also die Frage“. Aber mal ehrlich, Im Zeitalter drohender Dieselfahrverbote und Dauerstaus auf den Straßen, muss diese Frage doch erlaubt sein, oder? Warum tragen denn gerade die Menschen, für die das Auto unverzichtbar erscheint, durch Warmlaufen lassen im Stand oder durch die Nutzung für jeden Meter zur Verschärfung der Problematik der Fahrverbote bei? Was spricht denn dagegen, wenn ich beim Abkratzen frieren muss und zehn Minuten später losfahre, die Strecke mit dem Rad oder zu Fuß zurück zu legen?

Die Antwort ist eigentlich ganz einfach, nein es muss nicht immer das Auto sein.

Aber Radfahren im Winter geht das überhaupt? Kann man mit einem Fahrrad auch etwas transportieren?

Vorbereitungen für den Wintereinsatz

Um mit den Rädern gut durch die kalte Jahreszeit zu kommen, muss man zunächst eigentlich nicht viel tun. Na gut, wärmer Anziehen ist schon erforderlich. Aber das hat den Vorteil, dass man wenigstens dem Wetter entsprechen gekleidet ist und ich bilde mir sogar ein dadurch weniger krank zu sein. Das zweite sind die richtigen Reifen. Für Autobesitzer ist es selbstverständlich zweimal im Jahr die Reifen zu tauschen. Wenn ich erzähle, dass ich an unseren Fahrrädern Winterreifen, bzw. Reifen mit Spikes aufziehe, dann bekomm ich schon mal die Aussage, „ich wusste gar nicht, dass es sowas gibt“.

Die bestellten Winterreifen

Nachdem ja dieses Jahr eine weiteres Lastenrad zu uns gestoßen ist, mussten wir zunächst noch ein paar Winterpneus beschaffen. Aber jetzt sind alle drei klar für den Einsatz auf glattem Untergrund.

Mit der richtigen Bereifung und der richtigen Kleidung stellt man schnell fest, dass Radfahren im Winter sehr schön sein kann. Aktuell genieße ich es noch durch den morgendlichen Nebel zu fahren, aber für das kommende Woche ist bereits Schnee vorhergesagt.

Das mit dem Transportieren

Keine Angst ich werde jetzt nicht mit sensationellen Transporten anfangen. Nur ein kurzer Hinweis, Alexander Doll hat sich auf seinem Blog mit Transportsystemen für Fahrräder beschäftigt.

Auch ohne spezielles Fahrrad oder ein Transportsystem sollte es aber möglich sein fünf Semmeln vom Bäcker auf dem Fahrrad nach Hause transportieren zu können.

Der Wocheneinkauf 

Fazit

Draußen ist es tatsächlich kalt geworden. Das Thermometer zeigt aktuell eine Außentemperatur von 3° Celsius und während ich den Beitrag schreibe sitze ich vor einem gemütlichen Feuer. Aber mit warmer Kleidung lässt es sich auch draußen gut aushalten und nach einer kurzen Fahrstrecke wird einem auf dem Fahrrad mollig warm. Es gibt also gar keinen Grund seine Zeit damit zu verbringen in der Kälte um ca. 1,5 Tonnen Blech, Plastik und Glas zu tanzen und die transparenten Anteile mit einem Stück Plastik zu bearbeiten, wenn man sich gleich auf den Weg zum Ziel machen kann. Ganz nebenbei ist die tanzfreie Variante auch noch gesünder und besser für die Umwelt. Tanzen kann natürlich auch ganz toll sein, dann aber doch lieber zu zweit und mit Musik, aber das ist eine anderes Thema…..

8 thoughts on “Kalt ist es geworden und die fünf Kilometer Marke”

  1. Hi, ich lernte mal einen Beruf mit Autos. Das ist schon sehr lange her. Ich lernte in den 80er noch. „Ein Kaltstart eines Motors entspricht dem Verschleiß von 1000km Fahrleistung“

    Das ist heute sicher weniger, aber was noch immer stimmt. Motor warmlaufen lassen im Stand funktioniert nicht. Der Wagen verbraucht das mehrfache an Sprit. Sagen wir 20 Liter auf 100km. Läuft dann noch die elektr. SItzheizung (oh mein Gott was für Weicheier) das Licht etc erhöht sich der Spritverbrauch um einiges. Der Motor wird nicht wirklich warm und rußt zu, was den Spritverbrauch nochmal erhöht und …es ist ein Teufelskreis.
    Zuletzt hörte ich von einer Kollegin. Die hat ein Auto. 170 PS. Singlehaushalt. Fährt täglich 3 km zur Arbeit, eigentlich parallel zur Straßenbahnlinie. Sie musste im Sommer zur Werkstatt um den Motor entrußen zu lassen. Für 400 Euro. Sind die Leute eigentlich alle bekloppt?

  2. Kalt! Nass! Draußen! — damit hast du gleich die 3 allerwichtigsten Gründe gegen das Fahrrad / Pedelec / Motorrad gesagt.

    In unserer Straße sind wir 5 Pedelecfahrer, wobei bei dem jetzigen Wetter nur noch unser Haushalt per Bike unterwegs ist (sofern möglich). Alle Anderen sind entweder älter und es so gewohnt oder schon so alt, dass das Wiedererlernen des Fahrradfahrens quasi ausgeschlossen werden kann. Es könnte sich aber in den nächsten 10 Jahren was änder, da die Milleniums ja weniger aufs Auto fokussiert sein sollen, es hängt aber auch mit der Bildung zusammen, Stichwort Status-Symbol.

    Kalt! Draußen! — das sind die zwei Gründe, die mich rausbringen, ja auf Nass kann ich verzeichten, doch es ist ja nur ein Gegenargument.

    Heute sah ich seit langem mal wieder Melder Philip aus dem Pedelecmonitor, er findet die freien Rad- Feld- und Waldwege super. Da ich die meisten Biker mittlerweile kenne, entsteht immer ein nettes Gespräch auf dem Weg zur Arbeit – in der Bahn würde ich das nie machen.

    Gruß
    Alex

    1. Hallo Christian,
      auf den Vorderrädern sind bei allen drei „Lästern“ Schwalbe Winter Plus montiert.
      Das Packster 40 hat auch hinten den Schwalbe Winter Plus, auf dem Load rollt ein Top Cantact II von Continental. Beim Packster 80 ist das mit dem 27,5 Zoll Rad ein wenig schwieriger gewesen, aber die Firma Kendatire hatte einen Reifen mit Spikes in der richtigen Größe.
      Der Conti Reifen ohne Spikes verhält sich ohne Schnee wie ein normaler Reifen, zeigt jedoch aufgrund seines Profils bei Schnee deutlich mehr Haftung. Die Schwalbe Pneus fahren sich in jeder Wintersituation (also auch ohne Eis und Schnee) gut. Es rasselt halt ein wenig. Der Kendatire hat ein grobes Profil und wirkt ein bisschen wie ein Traktorreifen. Bei Schnee und Eis ist er prima, sonst sehr Laut und bei einer Vollbremsung auf Teer sprühen die Funken. Kleiner Scherz 😊, aber er hat nicht so viel Haftung auf Asphalt wie die anderen Reifen.

  3. Hallo Andreas,
    ich fahre ein Packster 60 im täglichen Betrieb.
    Ich möchte gerne Winterreifen montieren.
    Wie ist die genaue Bezeichnung der Reifen, die Du auf dem Packster 80 fährtst?
    Gibt es auch Spikes für vorne?
    Viele Grüße Klaus

    1. Hallo Klaus,

      20 Zoll ist kein Problem. Seit heuer hat Schwalbe einen Reifen mit ordentlicher Breite im Angebot, die Bezeichnung laute 55-406. Problematischer ist das Hinterrad. Hierfür habe ich im vergangenen Jahr ein Produkt von Kendatire (www.kendatire.com),mit den Maßen 27,5×2.10, gefunden.

      Gute Fahrt.

      Gruß Andreas

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