Pannendienst und nette Begegnung – aus dem Radlalltag

Eine Reifenpanne

oder warum es gut ist immer ein Lastenrad parat zu haben

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Unsere große Tochter war unterwegs beim Shoppen. Als nach ein paar Stunden mein Telefon klingelte und sie mich aufgrund eines Platten um Hilfe bat. Natürlich das Hinterrad, wie meistens. Also fix ein paar Gegenstände aus der Werkstatt eingeladen und los ging es zur Pannenhilfe.

Der Pannendienst rückt aus
Der Pannendienst rückt aus

Gut, wenn man auch immer Ersatzschläuche vorrätig hat, so kann man sich wenigstens das Flicken vor Ort ersparen. Mit dem Werkzeug ging es die vier Kilometer zum Rad mit der Reifenpanne.

mobiler Reparaturservice
mobiler Reparaturservice

Der mitgebrachte Reparaturständer leistete gute Dienste und so war das Hinterrad schnell ausgebaut und der defekte Schlauch ersetzt. Nach dem Wiedereinbau ging es auf dem schnellsten Weg nach Hause, da es leicht zu regnen begonnen hatte.

wieder flott
wieder flott

Rahmenbruch

Auf dem Weg von der Arbeit in die Innenstadt fiel mir ein junger Mann auf, der am Rand des Radwegs sein Hinterrad aus dem Fahrrad ausgebaut hatte. Ich bot meine Hilfe an. Er erzählte, dass nach einer Vollbremsung das Hinterrad plötzlich massiv am Rahmen gestreift habe und er auf der Suche nach dem Fehler sei. Zu zweit besahen wir uns die Misere. Nach einigen Blicken viel mir auf, dass die Löcher für die Steckachse am Fully nicht genau gegenüber lagen und der Fehler war rasch gefunden. Durch das Bremsmanöver hatte sich der Rahmen auf der Seite, auf der die Bremse befestigt war, massiv verzogen. Sollte bei einem Rad für dreinhalb-tausend Euro eigentlich nicht passieren. Betrübt packte der Besitzer seine Teile zusammen und begab sich auf den kurzen Heimweg.

Luftmangel

Die Woche als mobiler Pannenhelfer sollte aber noch nicht zu Ende sein. Am Freitag traf ich auf einen älteren Herren am Ufer des Lechs, der vergeblich versuchte mit einer sehr kleinen und funktionsuntüchtigen Luftpumpe sein Pedelec wieder fahrtauglich zu machen. Leider war ihm bei seinen Bemühungen eher mehr Luft aus dem Reifen entwichen, als dass er den Druck im Pneu erhöht hätte. Nachdem in einem Lastenrad auch immer ein wenig Platz für Werkzeug ist, konnte ich ihm in kurzer Zeit und ca. 3 bar später die Weiterfahrt ermöglichen. Während dem Pumpen haben wir uns noch ganz gut unterhalten und er erzählte mir, dass er seit ein Pedelec zu seinem Fuhrpark gehört, eigentlich nicht mehr mit dem Auto unterwegs ist und er sich deutlich fitter fühlt.

Bordwerkzeug
Bordwerkzeug

Das Bordwerkzeug meines Load. Eine Pumpe mit einem kurzen Schlauch erleichtert das Aufpumpen erheblich.

Begegnungen

Seit ca. zwei Jahren begegnet mir immer wieder der gleiche, der andere Radfahrer. Auch er ist wie ich bei jedem Wetter und zu jeder Jahreszeit mit seinem Drahtesel unterwegs. Irgendwann haben wir angefangen uns gegenseitig zu grüßen, wenn wir uns für Sekunden auf der gegenüberliegenden Straßenseite erspähten. Das Lustige ist, dass auch er seine Wege variiert, wir aber dennoch an den verschiedensten Stellen immer wieder aufeinander treffen. Ich hatte mir schon mehrmals gedacht, dass wir beide eigentlich den Arbeitsplatz tauschen sollten, denn während ich morgens aus dem Osten Augsburgs in den Westen pendle, fährt er ja genau in die andere Richtung. Abends spielt sich unser „pas de deux“ mit vertauschen Rollen ab. Doch diese Woche ist es dann passiert……

Aufgrund einer Baustelle ist die Fahrbahn stark verengt und plötzlich standen wir voreinander. Das war die Gelegenheit. Also Handschuhe aus (es hatte nur vier Grad) und einfach mal „Hallo“ sagen. Wir schüttelten uns die Hände und stellten uns gegenseitig vor. Danach setzte jeder seinen Weg fort. Seit dieser Begegnung ist es nicht mehr der andere Radfahrer, sondern Burkhardt und als wir uns am gleichen Abend wieder über den Weg gefahren sind konnten wir uns mit Namen grüßen.

Ach ja, das mit dem Tausch des Arbeitsplatzes lassen wir lieber. Keine Ahnung was Burkhardt beruflich macht, aber ich möchte eigentlich weder auf die morgendliche Fahrt zur Arbeit mit Sonnenaufgängen verzichten, noch dass ich die Heimfahrt zum Abschalten missen möchte.

Sonnenaufgang und Nebel
Sonnenaufgang und Nebel

2 thoughts on “Pannendienst und nette Begegnung – aus dem Radlalltag”

  1. Wenn man schon 8h oder länger bei der Arbeit ist, kann man die Stadt und seine Bürger eben beim Pendeln kennenlernen. Es wird der Tag kommen, da ist es saukalt oder regnerisch – und dann trefft ihr euch nahe eines Bäckers oder Cafés und wärmt euch gemeinsam bei einem Milchkaffee oder heißer Schoki auf. Solche Situationen bleiben dann unvergeßlich, ähnlich wie die Pannenhilfe für alle Beteiligten.

    Übrigens wirkt der Reparaturständer sehr professionell, damit warst du sicher im Mittelpunkt 😉

    Allzeit gute Fahrt!
    Alex

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