Schokofahrt – Tag 7

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Fünfte Etappe von Heidelberg durch die Schwäbische Alp

Nachdem es in Heidelberg die ganze Nacht geregnet hat, setzte das Geräusch der prasselnden Tropfen gegen Morgen plötzlich aus. In mir keimte die Hoffnung auf, heute nicht bis auf die Haut nass zu werden. Zum Glück waren Dank der Zusatzheizung im Bad, die man uns freundlicherweise zur Verfügung gestellt hatte, unsere Sachen in der Früh trocken.

Die zwei in der Morgensonne
Die zwei in der Morgensonne

Abfahrt ohne Regenkleidung

Und tatsächlich, nach dem Frühstück spitzelte sogar die Sonne zwischen den Wolken hervor. Die Räder waren schnell beladen und um kurz nach neun ging es weiter in Richtung Heimat. Bereits nach dem Ortsschild von Heidelberg steil bergauf. Es war ja auch der erste Tag unserer beiden Bergetappe durch die Alp.

Riemen vs. Kette

Während der Riemenantrieb an Carolas Rad den Schmutz und den Regen der vergangenen Tage klaglos weggesteckt hatte,rasselte meine Kette wie ein altes Schlossgespenst in Hochform. Leider hatte ich das Öl zu Hause vergessen. An einer Baustelle lief sauberes Wasser aus einem Schlauch und auf Nachfrage durften wir diesen benutzen um wenigstens den Schlamm von den Lastenrädern abzuspülen. Durch meine Unachtsamkeit bekam leider auch Carolas Hose und ein Schuh eine kurze Spülung.

Akutreinigung
Akutreinigung

Das Rasseln wurde dadurch natürlich nicht besser und auf der Strecke fand sich lange kein Fahrradgeschäft um Kettenöl zu kaufen. Bei solchen Touren geht der Punkt an den Riemen.

Brücken und Unterführungen

Um den Neckar zu überqueren führte uns der Weg über interessante Brückenbauwerke unterhalb der Eisenbahnlinie.

Über den Neckar
Über den Neckar

Eine Brücke mit Dach wäre gestern auch als Regenschutz toll gewesen. Heute blieb immerhin Zeit, den Blick noch einmal flussabwärts zu richten und die Aussicht zu genießen.

Wolken aber kein Regen
Wolken aber kein Regen

Eine weitere Überquerung des Neckars fand an einer Schleuse statt, an der gerade ein Frachtschiff nach unten gelassen wurde. Schon spannend wie hier mit einfacher Technik und ein wenig Physik viele Tonnen nach Unten oder Oben bewegt werden.

Die Schleuse
Die Schleuse

Wir sind übrigens nicht am Neckar entlang gefahren, sondern haben diesen zunächst verlassen und sind dann bei Bad Wimpfen wieder auf den Fluss gestoßen. Dafür mussten wir zwar etwas mehr in die Höhe strampeln, aber die Strecke war deutlich kürzer. Auf diesem Weg mussten wir dann aber auch die Köpfe einziehen, da es auch eine sehr niedrige Unterführungen gab.

Die Zwergenunterführung
Die Zwergenunterführung

Da war noch das Schlossgespenst

Ja, meine Kette. Ich hatte gar kein gutes Gefühl bei dem Geräusch. In Neidenstein mussten wir eine kleine Umleitung fahren, da der Radweg aktuell saniert wird. Zum Glück, denn dabei kamen wir an einem kleinen Geschäft vorbei in dem es offenbar alles gab. Auch Kettenöl! Und auf Nachfrage sogar einen alten Lappen. Und so konnte ich das Gespenst aus meinem Antrieb verjagen.

Geisterjäger
Geisterjäger

Was für eine Wohltat. Das Rasseln war Geschichte.

Die Bergetappe

Bei Löwenstein ging es dann richtig bergauf. 300 Höhenmeter auf fünf Kilometern sind schon ganz ordentlich. Viele mögen den eMTB-Modus des Boschmotors nicht, wir haben ihn auf diesem Stück genossen.

Fast geschafft
Fast geschafft

Fast oben angekommen wurden wir mit einem tollen Ausblick belohnt.

Ausblick
Ausblick

Und wir waren mächtig stolz, dass wir das Stück gepackt hatten. Aber auch etwas erschöpft, denn auch beim eBike will getreten werden.

Stolz auf fast 500 Meter über dem Meer
Stolz auf fast 500 Meter über dem Meer

Die Strecke schraubte sich dann nochmal ca. 50 Meter in die Höhe, aber der Anstieg war deutlich moderater.

Am höchsten Punkt des Tages
Am höchsten Punkt des Tages

In der Summe waren es 1400 Meter nach oben, die wir zurückgelegt hatten. Diese wurden auch mit ein paar schönen Abfahrten belohnt, da unser Gasthof knapp 200 Meter tiefer liegt als der höchste Punkt.

Ganz ohne Regen geht es doch nicht

Kaum oben angekommen fing es an zu tröpfeln und in der Folge leicht zu regnen. Also wanderten die Regenklamotten von der Tasche an den Körper. So ganz ohne Wasser von oben wäre es auch irgendwie komisch gewesen 😊. Allerdings war es im Vergleich zum Vortag echt harmlos und wir hatten ja auch sonnige Abschnitte.

Kurze Rast im Regen
Kurze Rast im Regen

Das mit dem Essen

Eigentlich dachte ich, dass man, wenn man an einem Tag wie heute über 2000 Kalorien verbraucht, ständig Hunger haben müsste. Aber irgendwie hatten wir auch in den letzten Tagen gar nicht das Bedürfnis ständig zu essen. Bei mehreren kleinen Pausen gab es ausreichend zu Trinken (Leitungswasser), Schokolade (nicht von der transportierten) und Nüsse.

Power-Futter
Power-Futter

Noch eine Umleitung

Eine tolle Abfahrt, und dann war der Weg plötzlich gesperrt. Toll!!! An der eigentlich vorgesehenen Route hing ein Schild mit einem Hinweis auf eine Umleitung. Hätte man das nicht vorher ausschildern können? Wenn Straßen gesperrt werden, gibt es doch auch zig Vorwegweiser und Hinweise auf die Sperrungen. Es ging also erst einmal so steil bergauf, dass an ein Fahren mit den voll beladenen Lastenrädern nicht mehr zu denken war. Das erste Mal, dass ich die Schiebehilfe sinnvoll benutzt habe. Der Umweg verlängerte die Stecke dann gleich auch noch um fünf Kilometer. Klingt nach nicht viel, ist aber eher ungünstig, wenn man mit der Akkukapazität gerade so hinkommt. Zum Glück war ich weite Strecken mit minimaler Unterstützung gefahren, so dass noch eine kleine Reserve vorhanden war.

Bremsen

Die vielen Abfahrten haben dafür gesorgt, dass meine hinteren Bremsbeläge ziemlich abgefahren waren. Ich weiß, dass ich sie vor der Abfahrt hätte wechseln können oder das derjenige, der bremst, verliert. Aber wenn man mehrfach von über 50 Km/h herunterbremsend muss, weil enge Kurven oder Einmündung am Ende der Abfahrt sind kommt man nicht umhin, Bremsbelag in die Sicherheit zu investieren. Als ich so am grübeln war, wie das Problem zu lösen ist, entdeckte Carola ein Radgeschäft, das aber leider am Mittwoch geschlossen war. Es war übrigens eine der ersten Rad-Werkstätten, die am Weg lag. Für den Autofahrer gibt es in nahezu jedem Ort eine Anlaufstelle. Als wir dann an unserem Ziel in Untergröningen eintrafen, entdeckten wir noch ein Fachgeschäft für Räder, genau gegenüber des Gasthofs. Aber es war ja Mittwoch, also auch geschlossen. Gerade als wir uns umdrehen wollten, ging die Tür auf und der Inhaber, der zufällig im Laden war, fragte was wir benötigen und somit war das Bremsenproblem gelöst. Ich muss die Beläge morgen früh nur noch einbauen. Was aber kein Thema ist, da die Räder im Brauereigasthof heute warm und trocken imFlaschenkeller stehen. Dort ist genügend Platz für den kleinen Eingriff.

Der Brauereigasthof Lammbräu in Untergröningen

Ein schönes großes Zimmer mit heißer Dusche und gutes Abendessen, das sind neben dem tollen Unterstellplatz für die Räder weiter positive Aspekte unserer heutigen Unterkunft. Das alkoholfreie Radler aus eigener Produktion hat übrigens auch hervorragend geschmeckt.

Feine Spinat-Käse-Knödel an Pfifferlingsrahm
Feine Spinat-Käse-Knödel an Pfifferlingsrahm

Etappendaten

Strecke: 138 Kilometer

Anstiege: 1413 Meter

Die heutige Etappe
Die heutige Etappe

5 thoughts on “Schokofahrt – Tag 7”

  1. Das ist wirklich ein toller und abwechslungsreicher Reisebericht. Danke dafür !! Ich habe eine Frage zu den Riese und Müller Taschen am Multicharger. Sind diese Wasserdicht ?? Ich würde mich über eine kleine Rückmeldung sehr freuen und wünsche Euch noch eine gute Reise ! Viele Grüße Michael

    1. Hallo Michael, bisher hatten wir, im normalen Alltagseinsatz, keine Probleme damit. Nur bei den extremen Regen-Etappen am Sonntag und am Dienstag haben die Taschen an die Grenzen der Dichtigkeit gebracht. Da gab es aber auch Regen von oben, von der Seite und von unten 😊.

      1. Hallo Andreas, vielen Dank für die Rückmeldung. Dann habe ich ja die richtige Entscheidung getroffen. Taschen bestellt 😉😉

  2. Guter Bericht – macht Freude zu lesen!

    Die Frage wo die transportierte Schokolade später dann verkauft werden wird…treibt mich nachts an. Und führt in der Regel zum Schokoladenvorrat in der Speiskammer.

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