Riese & Müller Supercharger GT Rohloff HS – Ein Praxisbericht über Fahrrad und das Leben als S-Pedelec Fahrer

(-Werbung, da Verlinkung auf Unternehmen und Produktnennung -)

Ein Praxisbericht inmitten der Corona Pause? Nun ja, wenn man schon ohne triftigen Grund nicht fahren kann und auch der Weg in die Arbeit dank Homeoffice weg fällt … dann kann man ja wenigstens beim Schreiben träumen.

Alles begann im Frühling 2019 – schönes Wetter, viel Verkehr, der Weg in die Arbeit nervt. Da aber weder Familie, noch Job, noch Fitness dazu passen, um die knapp 60km (einfacher Weg) per Rennrad zurück zu legen, ist in mir die Idee gereift, doch mal ein schnelles Pedelec auszuprobieren. Die Strecke scheint erst mal ideal: wir wohnen ganz am Stadtrand, dann kommt viel „Nichts mit kleinen Straßen“ und meine Arbeit liegt erneut an einem Stadtrand.

kleine Nebenstraßen, ideal zum Pendeln
kleine Nebenstraßen, ideal zum Pendeln

Somit war der Entschluss gefasst: wenn der Hinweg unter zwei Stunden klappt, dann kaufe ich mir so ein Ding.

Der Test mit einem Leihrad, auf exakt der Arbeitsstrecke, endete mit 1:45 und war somit der Startschuss, mich intensiv mit dem Thema S-Pedelecs auseinander zu setzen.

Die Recherche

Auch wenn das Angebot an S-Pedelecs übersichtlicher ist, als an „normalen“, hat es eine Weile gedauert, mir einen Überblick zu verschaffen.

Reichweite

Ein erstes „Ausschlusskriterium“ bildete für mich das Thema Reichweite bzw. Akku Kapazität. Die doch recht hügelige Strecke von einfach 56-60km verlangt nach ca. 1KWh. Ansonsten wäre mir die Gefahr, im Eco Modus oder gar gänzlich ohne Unterstützung fahren zu müssen doch zu groß. Da es ums Pendeln geht, muss die Strecke komplett mit „Vollgas“ fahrbar sein.

Antrieb

Ein weiteres Kriterium war die Kombination aus Antrieb (Mitte vs. Heck) und Schaltung:

Bei der Variante „Mittelmotor-Kettenschaltung“ missfiel mir, dass die Kette überwiegend im Schräglauf laufen wird (höchster Gang – ist ja ein „schnell“ Pedelec). Gleichzeitig wird die gesamte Kraft vom Motor über genau diese Kette geleitet, weswegen ein recht häufiger Ketten- und Kassettenwechsel abzusehen ist.

Bei einer Kombination aus Enviolo mit Mittelmotor wäre dieses Problem nicht vorhanden, allerdings ist gerade in den Randbereichen (also beim schnell fahren) der Wirkungsgrad laut Recherchen schlecht, was unnötig Akku kosten kann. Ein weiteres Manko der Schaltung ist das Spektrum. Gerade bei hohen Geschwindigkeiten kann die Trittfrequenz schnell über dem liegen, was man persönlich als angenehm empfindet. Stellt man die Schaltung dafür ein, nimmt man in Kauf, dass der Bereich der Untersetzung geringer wird. Und dann ist das stufenlose Schalten auch nicht jedermanns/fraus Geschmack! Mir gefallen Stufenschaltungen einfach besser…

Somit blieben die Optionen

1) Heckmotor mit Kettenschaltung

2) Heckmotor mit Pinion Tretlager Schaltung

3) Mittelmotor mit Rohloff

Zu Variante 1 habe ich mit der gewünschten Akku-Kapazität nur die Schweizer Stromer gefunden. Interessante Räder! Allerdings ohne Federgabel, was für die doch recht schlechten Straßen, auf denen ich den Autoverkehr super umgehen kann, Gift für meine Handgelenke und Schultern ist. Auch der Preis dieser Räder hat es in sich … leicht erreicht man die 10.000€ Grenze. Und leider haben wir im vertretbaren Umkreis keinen Händler der Stromer vertreibt, vielleicht hätte der spritzige Heckmotor mich noch zum nachdenken gebracht…

Die zweite Option habe ich nur von HNF-NICOLAI finden können. Ebenfalls ein sehr stolzer Preis mit dem Nachteil, dass diese Räder 2019 nur online vertrieben wurden. Das ist für mich keine Option, da mir ein Händler des Vertrauens in der Nähe doch etwas wert ist.

Das hat die Firma offenbar auch erkannt, denn seit dem Frühjahr 2020 wird ein Netz lokaler Händler aufgebaut.

Ich bin zwar durchaus in der Lage diverse Dinge am Rad selbst zu reparieren – aber bei einem zulassungspflichtigen Kraftfahrzeug – was ein S-Pedelec ja ist – ist das doch noch etwas anderes.

Und somit blieb die Option 3, Mittelmotor – Rohloff, bei der ich dreimal einen Treffer hatte: 1KWh Akku Kapazität, Händler in der Nähe, Nabenschaltung mit Riemenantrieb! Das Riese & Müller Supercharger GX Rohloff HS.

Zum Glück für mich und zum Unglück meines Kontos stand genau dieses Rad in meiner Rahmengröße beim Händler des Vertrauens und nach einer weiteren Probefahrt war klar: das ist mein Rad! Und das sogar noch zum netten Vorführrad-Preis.

Einziger Kritikpunk: die Bereifung ab Werk. Da ich keine Trails damit fahre, sind auch keine Stollenreifen notwendig. Aber diese wurden mir kostenlos gegen die Super Moto X ausgetauscht, der Frontgepäckträger abmontiert und das steht er nun: mein Supercharger GT.

Hinweis: ab Modelljahr 2020 gibt es genau das auch ab Werk.

Supercharger GT
Supercharger GT

Wie schlägt sich das Supercharger im Alltag?

Über 3000km bin ich nun seit dem damit gefahren und ich bin rundum glücklich mit dem Rad. Verbesserungswürdig sind meiner Meinung nach nur zwei Dinge. Einmal die Lackierung des Gepäckträgers – diese wird von der Ortlieb Satteltasche doch recht schnell abgeschabt. Und dann sind Sclaverant Ventile verbaut – in meinen Augen würden Autoventile besser passen! Da das „Moped“ ja auch eine Reifendrucktabelle hat und ich auch verpflichtet bin, regelmäßig den Druck zu überprüfen (wie an „normalen“ Fahrrädern auch), mache ich das am Liebsten an Tankstellen. Das klappt aber nicht mit den französischen Ventilen. Mit dem entsprechenden Adapter kann ich zwar Luft nachfüllen, jedoch funktioniert die Druckanzeige dann nicht richtig.

Ansonsten gewöhnt man sich an den Ein- und Ausbau der Intube Akkus. Ich bin zwar nach wie vor Freund der guten alten „Henkelakkus“ aber immer mehr Hersteller setzen mittlerweile auf die vollintegrierten. Nette Optik aber eben ein bis zwei Handgriffe mehr beim Ein- und Ausbau. Meine ca. 60km einfach schaffe ich mit dem Rad in einem Schnitt von 35km/h (normal) bis 38km/h (sportlich) und es ist in der Tat Sport! Ich strenge mich genauso an wie normal beim Radfahren nur bin ich deutlich schneller. Somit kann ich angenehmes (Sport) mit notwendigem (Weg in die Arbeit) gut verbinden.

Mein Rad ist mit einem Intuvia Display ausgestattet, das doch schon etwas „antik“ anmutet. Klar zeigt es alles an, was man so braucht aber … Ich liebäugle mit einem Upgrade auf Kiox (sollte das auch mal navigieren können) oder Nyon. Die Handy-Option Cobi ist für S-Pedelecs nicht zulässig und ich bin auch nicht sicher ob ich das meinem Handy zumuten wollen würde.

Was gibt es ansonsten zum Rad zu sagen? Nun es ist kein Leichtgewicht, ich bin aber ehrlicherweise genau darüber auch froh: es fährt absolut stabil, laufruhig und man fühlt sich auch bei hohen Geschwindigkeiten jenseits der 60km/h auch immer noch sicher!

Auf den gefahrenen Kilometern habe ich nun auch so die ein oder andere Erfahrung als S-Pedelec Fahrer gemacht, die ich auch gerne mit euch teilen möchte.

Sicherheit

Schon als normaler, flotter Radler wird man gerne unterschätzt und übersehen – das ist als S-Pedelec Fahrer noch drastischer. Somit sind zwei Dinge wichtig: auffällige Kleidung und immer für alle anderen mitdenken, passiv fahren.

Es empfiehlt sich auch in der Stadt mitten auf den Fahrspuren zu fahren um nicht mit 2cm Abstand überholt zu werden. An „Angehupt werden“ oder „den Vogel gezeigt bekommen“ muss man sich gewöhnen, da viele Verkehrsteilnehmer keine Ahnung haben welche Regeln für ein Fahrrad mit Nummernschild gelten. Ich versuche mich innerorts auf Zone 30 Straßen zu beschränken, was für meinen Arbeitsweg auch super funktioniert.

Apropos Zone 30: auch hier findet sich der eine oder andere Autofahrer, der es anscheinend nicht aushält ein Fahrrad vor sich zu haben (selbst wenn dieses 38km/h Tacho fährt) und es MUSS überholt werden!

Über Land nutze ich an den wenigen Stellen, an denen ich großen Straßen nicht umgehen kann, die begleitenden Radwege. Mir ist mein Leben lieber als ggf. Gefahr zu laufen eine Verwarnung zu kassieren. Der Geschwindigkeitsunterschied zwischen mir mit 40km/h und den Autos mit (über) 100km/h ist doch zu groß. Zumal mir im Schnitt maximal zwei andere (verrückte) Radler auf meinen 60km morgens Früh um 6:00 begegnen… Das muss aber jeder für sich und für seine Strecke entscheiden! Für genau diese Radwege habe ich mir übrigens noch eine normale, laute Klingel montiert. Auf die vorgeschriebene, aber eher alberne Hupe, reagiert kein Mensch, fraglich ist auch ob sie in einem Auto überhaupt zu hören wäre.

Kleidung

Die Kleidung sollte nicht nur auffällig, sondern auch „eine Schicht wärmer“ gewählt werden. Da man doch recht flott unterwegs ist kühlt man deutlich mehr aus, als auf einem normalen Rad oder Pedelec. Ich persönlich merke das vor allem in den Augen, am Kopf sowie an den Händen und Füßen. Daher fahre ich noch lange mit Mütze unterm Helm und überlege derzeit, ob ich nicht mal in einen S-Pedelec Helm mit Visier investieren sollte. In Deutschland ist zwar nur „ein geeigneter Helm“ vorgeschrieben (was auch immer das dann im Zweifelsfall ist) – in den Niederlanden gibt es jedoch schon eine S-Pedelec Norm und auch den ein oder anderen Helm, der diese erfüllt.

Die Radsaison

Die Temperaturen sind neben der Tageslänge auch das, was meine Saison begrenzt. Ich habe im Oktober ein letztes Mal das S-Pedelec für den Weg in die Arbeit genutzt und könnte es mir theoretisch seit April vorstellen wieder zu starten – sofern ich nicht aufgrund Corona ausschließlich im Homeoffice wäre. Zum einen habe ich bislang keine Handschuhe und Schuhe finden können, die mir bei unter 5° noch Hände und Füße über 90 min warm halten (ich habe die dicksten und wärmsten Hummerhandschuhe, die es gibt – aber das reicht nicht). Zum anderen fühle ich mich dann doch auch nicht mehr sicher, wenn ich alleine ausschließlich im Stockdunkeln über kleine Landstraßen fernab jeder Zivilisation unterwegs bin.

Fazit

Ich hoffe sehr, dass dem S-Pedelec im Zuge der Verkehrswende mehr Beachtung geschenkt wird! Es ist ein äußerst interessantes Verkehrsmittel, dass seine Vorteile gerade auf typischen Pendler-Distanzen um die 20-30 km ausspielen könnte. Dafür müsste aber über die ein oder andere Regel im Zusammenhang mit S-Pedelecs nochmal intensiv überdacht werden. Am Besten von Leuten, die selber schon mal mit einem unterwegs waren…

14 thoughts on “Riese & Müller Supercharger GT Rohloff HS – Ein Praxisbericht über Fahrrad und das Leben als S-Pedelec Fahrer”

  1. Ein schöner Bericht. Mit sinnvollen Anmerkungen. Jedoch wird es genau an dem letzten Satz scheitern. „Am Besten von Leuten, die selber schon mal mit einem unterwegs waren“. Die Leute im Verkehrsministerium sind größtenteils druchgängig mir dem Auto unterwegs, die meisten „Berater“ so oder so. Sonst ist das S-Pedelec wirklich ein ideales Pendlerfahnrzeug, da kann man nur zustimmen. Aber egal wie man es macht. Ob man sich an die Regeln hält und auf der Straße fährt, oder auf dem rechtswiedrig auf dem Radweg, irgendjemand fühlt sich immer gestört. Wobei die Autofahrer einfach keine Ahnung haben von den auferlegten Regeln eines S-Pedelecs und viel zu oft das Recht auf ihrer Seite wähnen mit ihren lauten Hupen (die einen manchmal vor Schreck fast vom Rad holen). Die Radler die das Gesetz meistens etwas besser kennen und einen nur auf dem Radweg dulden, da sie die Gefahr auf den großen Bundesstraßen ebenfalls sehen. Schön ist es halt dennoch nicht mit der aktuellen Regelung. Ich nehme weiterhin die Radwege außerorts, da es einfach sicherer ist als zwischen den ganzen Verrückten denen es nicht schnell genug geht. Lebensgefährliches bedrängen und überholen hat man auch so genug, das muss man nicht aktiv provozieren. Auch wenn ich damit eine Strafe riskieren sollte – solange man im Beisein anderer langsam und besonnen fährt sehe ich da in der Praxis absolut kein Problem…

  2. Schön geschrieben. Wenn ich solche Berichte lese, dann freue ich mich immer wieder über die ziemlich gelungene Gesetzgebung bezüglich HS hier in der Schweiz. Glück gehabt!
    Als Handschuhe kann ich die 30seven empfehlen. Beheizte Handschuhe, die (soweit ich weiss) die einzigen sind die Handrücken, alle Finger UND Fingerkuppen erwärmen. Ich hab damit letzten Winter gute Erfahrungen gemacht.

  3. Hallo, das ist ein sehr schöner Bericht und er spiegelt meine Erfahrung wieder. Ich fahre seit 15.000 km mit dem S-Pedelec zur Arbeit und mir macht es immer noch Spaß. Mein Weg ist einfach 20km lang, das klappt in knapp 40 Minuten. Leider hat man sehr wenig Akzeptanz der Autofahrer und von Schneiden bis Beschimpfungen und Drohungen habe ich schon alles erlebt. Auch ich nutze aus dem selben Grund bei Bedarf Radwege. Für den Winter habe ich von oben bis unten Windstopper Klamotten. Das hilft sehr gut und geht bei mir bis 0 Grad. An eine weitere Verbreitung glaube ich nicht, die Leute fahren lieber Auto selbst bei täglichen km langen Staus. Das man nicht als Kleinkraftrad erkannt wird kenne ich auch, es hat aber auch Vorteile, man kann auch mal „Schleichwege“ nutzen, auf die man formal nicht darf. Das muss natürlich jeder selbst entscheiden und verantwortungsvoll machen. Ein Negativpunkt hat mein R+M, die Standardlampe reicht nicht für die Geschwindigkeit, sie ist zu schwach. Positiv ist die ausgereifte Technik, der sehr steife Rahmen und damit extrem präzise zu steuerndes Fahrwerk (bergab mit 45km/h durch einen Kreisel ist kein Problem). In 15tkm habe ich 3 Bremsscheiben, 3 Mäntel und alle 2tkm Bremsklötze vorne gebraucht (ich bremse aber auch gerne und fast nur vorne 😉 ). Der Riemen ist immer noch top. Bei den Reifen habe ich jetzt den neuen Marathon von Schwalbe drauf der sich präziser fährt und eine bessere Nasshaftung haben soll. Viele Grüße und weiter gute Fahrt!

  4. STROMER gibt es auch mit Federgabel mittlerweile. Ich fahre seit ein paar Wochen ein ST5, aber mit Starrgabel. Das Rad ist eine Offenbarung, wenn man wie ich jahrelang Bosch-Mittelmotoren fuhr. Aber das RuM ist auch ein tolles Rad.

  5. Schoener Bericht!

    Ich hoffe ja, dass noch mehr Menschen eine Alternative zum Auto finden (egal ob Elektro- oder Verbrenner-Auto: es ist nie effizient, 1000-2000kg durch die Gegend zu schieben, nur um ~100kg zu transportieren).

    Ich hab meine neu entdeckte Fahrradliebe mit nem „RadRhino“ Fat-E-Bike angefangen (750W, L1E-A, 25km/h, quasi ein Elektro-MoFa). Hat Spass gemacht und habe gemerkt, dass sehr viel auch ohne Auto geht.

    Danach auf ein QuattroVelo Velomobil umgestiegen – voellig ohne Motor und trotzdem schnell! Effizienz siegt. 🙂
    Auch im Winter warm genug, bei Regen relativ trocken, hat etwas „Kofferraum“ und generell super bequem.

  6. Hallo, toller Bericht fahre das selbe Rad mit der gleichen Ausstattung seit nun Mitte 2018 und ca 8.250 km.. bisher alles tip -top und macht jeden Tag mehr Spaß.

  7. Ich finde: „die Autofahrer“ als Formulierung mal wieder super. Nur weil manche Radfahrer mit 30 km/h durch die Fußgängerzone donnern, ist die Formulierung: „die Radfahrer sind alle egoistisch und rücksichtslos “ falsch. Deshalb sollte man auch auf eine Beleidigung und Beschimpfung wie : „die Autofahrer haben alle keine Ahnung“ verzichten.

    1. Stimmt es müsste die Autofahrenden heißen. Aber es ist sicher nicht als Beschimpfungen zu verstehen und ich finde Rahdfahrende in Fußgängerzonen auch absolut nicht in Ordnung und ja dadurch werden auch diejenigen, die sich ordentlich verhalten, in ein schlechtes Licht gerückt. Leider erlebe ich täglich auf meinen Wegen (innerhalb der Stadt, nicht mit einem S-Pedelec) für mich gefährliche Situationen, die durch Ignoranz oder Unkenntnis hervorgerufen werden. Leider ist die Anzahl der Autofahrenden, die auch Rad fahren deutlich geringer als umgekehrt. Daher kommt es leicht zu völlig falschen Einschätzungen von Abstand und Gefahrensituationen. Auch stelle ich immer wieder fest, dass sich nur sehr wenige Autofahrenden mit Änderungen oder Neuerungen der Verkehrsregeln beschäftigen. Dadurch wird in einem S-Pedelec ein Fahrrad gesehen und das vermeintliche Fehlverhalten (Fahren auf der Fahrbahn) durch knappes Überholen und Ausbremsen sanktioniert. Gilt natürliche nicht für alle, aber leider für viel zu viele. Also nichts für ungut.

  8. Hallo und vielen Dank für den schönen Beitrag, den ich mit nur 25km/h in vielen Punkten teile.
    Ich fahre seit 20 Monaten ein Delite von r&m und war vom ersten Tag an so begeistert, dass Auto und Motorrad seitdem ein fast unbewegtes Dasein fristen.
    Nach 9000km habe ich nun auf Rohloff umgesattelt und und bin noch zufriedener als zuvor, da es sich deutlich leichtfüßiger fährt (als das „Alte“ mit Nuvinci/Enviolo) bei sonst identischer Ausstattung.
    Im Winter fuhr ich mit goretex Wanderstiefeln und verschiedenen Handschuhen, von Decathlon (nur bei Trockenheit, da nicht dicht) und, ja wirklich: von Aldi (mit Membran).
    45 Minuten zur Arbeit (18km) ohne Unterkühlungen bis minus 3 Grad, auch im Schnee ( Reifenwechsel auf Schwalbe Smart Sam) mit großem Vergnügen, besonders wenn neben dem Radweg die Autos stauten.
    Da trifft man nicht mehr viele Radler, umso größer ist das Zusammengehörigkeitsgefühl und jeder grüßt unterwegs.
    Inzwischen kommen mir all die SUVs und Luxuskarossen ( vor vier Jahren fuhr ich selbst noch A6 ) wie ein Anachronismus vor, weil sie wie überflüssige Dinosaurier wirken, wenn man/frau weiß, wie wenig kg und kWh zur Fortbewegung nötig sind.
    Zum Glück erkennen dass immer mehr Menschen.
    Was ich mir jetzt noch wünsche, sind ABS (gibt’s ja inzwischen) und robuste Technik mit 10.000km Service Intervallen, die 100.000km hält.
    Den wenn ich mir überlege, was mein Rad pro km kostet, dann ist der Kostenvorteil kaum ein Argument, das Auto stehen zu lassen: die eigene Bewegung und die Umweltfreundlichkeit haben das größere Gewicht.

  9. Sehr schöner Bericht und ich freue mich jedes mal wenn ich mal über S Pedelecs und der Erfahrung anderer damit lesen kann.

    Ich kann mich allen Punkten nur anschließen, es macht großen Spaß damit zu fahren, benötigt ein bisschen Eingewöhnung und Respekt vor der Geschwindigkeit. Ich finde trotzdem dass dieses Rad seine Berechtigung im Verkehr hat. Es besetzt eine wichtige Nische, bei der das Auto oft als einzige Alternative galt.

    Im übrigen fahre ich ein Klever X Speed mit Hinterradmotor, 850 Wh Akku und preislich deutlich unter den Stromern zu sehen.

  10. Sehr schöner Bericht! Ich fahre auch seid 3 Jahren E-Bike. Nun werden mich einige hassen, ohne zu treten. Ich habe mich bewusst für ein Etricks aus Frankreichs entschieden und wurde genau wie beschrieben jeden Tag in Flensburg mit den Nahtod konfrontiert.

    Wenn Mann in der Stadt mit 35- 40kmh auf seinem E-Bike unterwegs ist. Ist Mann faktisch Freiwild.

    Seid letztem Jahr fahre ich nun ein elmoto , das zum Glück mehr auffällt und fast in Richtung Moped geht. Hier wird Mann besser mit wahrgenommen. Und kann in 30 Zonen und in der Stadt normal Mitfahren.

    Auch ich nutze Ausserorts die Radwege, natürlich mit Rücksicht.

    Was für mich aber leider gar nicht in Frage kommt, s-pedelec! Ich hänge einfach zu sehr an meinem Leben…

    Die 250w ohne Kennzeichen bringen es leider auch nicht. Da fahre ich lieber normales Fahrrad.

    Gruss aus Flensburg

  11. Bei aller lobhuddelei und einseitiger Betrachtung ist ein Fahrrad nie wirklich ein adequater Ersatz für ein Auto, weder um etwas zu transportieren noch bei schlechtem Wetter und dann sowieso nur solange man jung und gesund ist, das Wetter und die Strassenverhältnisse brauchbar und man eben auch alleine unterwegs in näherem Umkreis.. Für ein teuer erkauftes öko Gewissen ohne wirklich bewiesene Öko Bilanz.

  12. Ein sehr gut geschriebener Bericht. Kann ich alles nur bestätigen. Das Rad ist spitze. Ich bin auf Fahrradmessen damit Probegefahren. Es ist ein Traum. Auch mein Traum. Leider fehlt mir dafür das nötige Kleingeld. Danke

  13. Danke für deinen Bericht. Gegen kalte Füße kann ich die Northwave Celsius empfehlen. Da sind die Klicks in der Sohle thermisch Isoliert. Ich fahre seit 10 Jahren ein S-Pedelec ( 45000km). Mein alter Motor mit viel weniger Drehmoment lässt nur Geschwindigkeiten bis 35km/h sinnvoll zu. Die Versicherung kann sehr günstig die Diebstahl einschließen. Man muss angepasst und vorraus schauend fahren. Wenn dich ein Autofahrer ansieht glaube nicht dass er dich gesehen hat. Mach dich breit wenn’s schmal ist und umgekehrt mach dich schmal wenn breit ist. Ich bin jetzt Rentner bin jetzt mit einem fully SUV 25er unterwegs.

Kommentar verfassen